Die Literatin der Moderne, Teil 24

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Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 10. Aug 2019, 04:45

Fortsetzungslangzeitroman seit 2007.

Teil 23 könnt ihr hier zurückverfolgen:

http://www.feminismus.jeannette-hollman ... 839#p16989

Die Literatin der Moderne, Teil 23

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 10. Aug 2019, 04:49

Immer noch zum kostenlosen Lesen hier, jedoch freue ich mich über Spenden von euch, da ich hier einen sehr hohen Zeit und Arbeitsaufwand habe, alles Non-Profit...!

Spenden bitte hier:

http://www.feminismus.jeannette-hollman ... 80d#p10607

Diese Spenden sind für die gesamte Seite und Technik hier, die ich alleine mache bzw. bezahle für Euch.

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Mo 12. Aug 2019, 19:12

Sie hatte die Dreistigkeit besessen. leben zu wollen.

Das wurde ihr hin und wieder zum Vorwurf gemacht.

Ansonsten hatte sie mit allem abgeschlossen und war bereit, nach Hause zu gehen.



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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » So 25. Aug 2019, 06:43

Ausser ihren finanziellen Problemen, die sie hatte, hatte sie nicht viel geregelt in der letzten Zeit und die Seele baumeln lassen. War bei den Pferden gewesen auf dem Land, was sie immer wieder an ihre Naturverbundenheit erinnerte...

Sie war weiterhin Eremitin geblieben und hatte sich im Netz in Gruppen verdünnisiert, watch-parties auf fb gemacht und mit anderen Beschäftigungen von ihrem Alleinsein abgelenkt. Ihre realen sozialen Kontakte waren auf ein Minimum geschrumpft, während sie im Netz immer mehr Verbündete gefunden hatte.

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Do 5. Sep 2019, 04:03

Sie hatte es satt, hier zu wohnen.

Die Gründe lagen auf der Hand:

Nicht nur, dass ihre Ex ihre Versprechungen, auszuziehen aus dem Haus, das die LDM für sie beide ausfindig gemacht hatte, nicht wahr gemacht hatte und mit ihren Kinder immer noch hier wohnte. Nein, es ging auch um den restlichen Gesamtlärm in ihrer Wohngegend.

Bevor sie jedoch diesen Schritt unternahm, schrieb sie einen gepfefferten Brief an die Beschwerdestelle ihrer Stadt:

"Ich habe als Kind in Bonnenbroich, als Teeni in Geistenbeck, als Abiturientin in der Innenstadt Mühlenstrasse gelebt. Das ist jetzt 37 Jahre her insgesamt. 1982 zog ich für 26 Jahre nach Köln.

2008 wohnte ich auf der Gartenstrasse/Hauptstrasse. Da war es am lautesten.
20010-2014 wohnte ich auf der Kohrstrasse in Geistenbeck, noch am ruhigsten.
2014-bis jetzt lebe ich auf der Keplerstrasse. Unerträglicher Lärm. Erst 2 Jahre Grossbaustelle. Es wurden die Steine des alten Mauerwerks in den ersten Monaten zerschreddert vorort. Dann entstand das Hotel McDreams, Marsahllcenter, mit Stinges, Fit-X, Tierhändler, Sonnenstudio, Matrazengeschäft, 2 Riesenparkplätze, Netto, Jet-Tanksteller innehrlab der nächsten 2 Jahre. Nicht nur Lärm und Krach, sondern auch Gestank, Krach und schlechte Luft.

Ich wohne zur Strasse. Tagsüber kann man das Fenster nicht aufmachen, da es zu laut und stickig ist. Nachts muss man Glück haben, dass keine gröhlenden Besoffenen aus der Stadt vorbeigehen oder Leute, die die Fenster runtergekurbelt, laute Musik hören und mit 70 auf die rote Ampel zu rasen hier an der Kreuzung.

Es gibt kein LKW-Verbot, kein Tempo30, kein Anwohnerparken. Die Strasse ist Zubringerstrasse der Feuerwehr.

Der Ausländeranteil auf der Keplerstrasse beträgt gefühlte 80%. Frau kommt sich also zusätzlich noch entfremdet im eigenen Land vor, da sie auf lauthals in ihrer Sprache permanent über die Strasse laufen...!

Der Eingang des Hauses (in der Toreinfahrt) und die Wände sind vollbepisst von Besoffenen aus der Stadt.

Ich habe nichts gegen die Wohnung an sich..., aber die Lage hier ist katastrophal und nicht empfehlenswert zum Wohnen, da viel zu laut und schlechte Luft.

Über kurz oder lang werde ich also von hier wieder wegziehen."

Mal sehen, ob sie vllt damit was erreichen würde. Aber sie befürchtete, dass dies auf wenig Gehör stossen würde. Wenigstens hatte nun auch sie sich einmal Luft gemacht.

Wütend rauchte sie eine Zigarette und trank ihren Nachtkaffee. Nun war die Nacht endgültig vorbei und sie würde auch nicht mehr schlafen können...

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 7. Sep 2019, 19:45

Ihr Wochenende war verplant:

Saufen und vergessen!

Ausruhen und Haare schneiden lassen gegen Sonntagmittag.

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Mi 18. Sep 2019, 01:01

Die Woche danach war gelaufen und die LDM hatte klar Schiff gemacht. In fb. War im Nordpark gewesen spasseshalber nach Jahren, um sich dort das Fussballspiel ihrer einstigen Heimatstadt anzugucken. Sie gewannen natürlich wieder mal gegen Köln. 1:0- Sie hatte sich einen Aufkleber fürs Auto gekauft von dem Verein, war aber noch nicht schlüssig, ob sie ihn auch wirklich draufmachen sollte.

Ihr Vater war nach Polen verreist. Warum ausgerechnet in solch ein homophobes Land, konnte sie sich nicht erklären.
Ihr Onkel war im Krieg dorthin verschickt worden, eine Nazi-Massnahme namens Kinderverschickung. Er sollte ursprünglich nur für 3 Wochen dort bleiben. Daraus waren 3 Monate geworden... Das musste sehr belastend für ihn als 12-Jährigen gewesen sein.
Für ihre Oma wohl auch. Erhatte den Krieg auch nie richtig verarbeiten können. Therapien gab es nach dem Krieg in seiner Generation zu der Zeit nicht...

Über ihre Ahnen und verstorbenen Verwandten war sie bereits öfters gestolpert...

Immer wieder die Ursprungsfrage:

Wo kam sie her, wo würde sie hingehen?

Sie kam aus dem Bauch ihrer Mutter und würde nach Hause gehen. Eines Tages.

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 24

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Mi 18. Sep 2019, 01:06

Zunächst musste jedoch das Leben gelebt werden.

Morgen war ihre Darmspiegelung. 2l gruselig schmeckende Flüssigkeit vorher zum Abführen... Eine schlaflose Nacht stand ihr bevor.
Es schien, dass die Stadt schlief. Das Tippen auf ihrer Tastatur war das einzige Geräusch zur Zeit. Vielleicht sollte sie ja was Musik anmachen...

Draussen war Krieg. Wie immer, sobald sie vor der Tür stand.

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