Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Jeannette-Anna Hollmann
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 6. Jan 2018, 17:45

Nein. Hatte sie nicht.

Sie würden sich auf eine Freundschaft einigen können, dachte sie. Alles andere war einfach zu kompliziert und nicht angesagt. Das hatte Ailda ihr klargemacht.

Sie würde nicht weiter darüber nachdenken müssen... Gefühle hinkten schliesslich immer hinterher, das war normal. Aber sie würde es verdauen. Die Aufgabe, die sie darin hatte, war, sich in Geduld zu üben mit allem und lernen, zu aktzeptieren, dass Ailda imgrunde nicht mehr wollte.

Wahrscheinlich war das einfach besser so. Wenigstens war es eine Lösung. Und was war imgrunde gegen eine gute Freundschaft einzuwenden? - Sie würde einfach vorläufig wieder allein sein. Hatte sie doch eh dies vorgehabt.

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So schmelzte sie dahin und vertraute daruaf, dass Zeit Wunden heilen würde. Hatte sie sich diesmal verkalkuliert?

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Beitragvon MissDreamy » 27. Okt 2015, 00:22
Die Tage verstrichen und es war Herbst. Immer noch war sei ein Nachtmensch geblieben. Sie bevorzugte es, wenn es still war und die Stadt schlief. Sie hatte gekocht und eine Freundin eingeladen und es war ein netter Abend gewesen.

Ailda war ihr langsam immer fremder. Sie fragte sich, warum sie auf sie reingefallen war. Wie sie auf so viele reingefallen war... Aber brachte dies wirklich etwas?

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Ailda hatte sie eingeladen. Und wieder ausgeladen. Kurz bevor sie sich zu ihr auf den Weg machen wollte. Klamotten und Essen für 4 Tage gepackt, sass sie in ihrem Wagen und war fertig mit der Welt. Warum sie? Warum jetzt?

Erst mal wieder zurück nach Hause und alles auspacken. Sie hatte es kombinieren wollen und wäre zwei Tage später zu einer Freundin nach Köln von dort aus gefahren. Alles für die Katz. Erst mal wieder runter kommen von ihrer Wut im Bauch.

Aildas einzige Erklärung dafür war gewesen, dass sie sich plötzlich ihrer Gefühle nicht mehr sicher war... und nicht wusste, ob sie sich angemessen verhalten würde. Sie wollte ihr also nicht weh tun. Fehlervermeidungsverhalten. Ailda hatte eingekauft und war vorbereitet und auch sie hatte einiges Gepäck für sie dabei gehabt. Nun sollte dieses Treffen also erst mal nicht stattfinden.

Hüh und Hott. Wie lange wollte sie das noch mitmachen?

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Ihre Kölner Freundin Anne würde sie wieder aufpeppeln. Sie war sicher. Gulaschessen, gute Musik und Konsolenspiele, eventuell noch Weihnachtsmarkt, das war ihr Programm. Zwischendurch würden sie mit den Hunden spazieren gehen und sich viel zu erzählen haben, da sie sich jetzt über 1 Jahr nicht gesehen hatten. Sie kannten sich bereits seit 12 Jahren und hatten schon viele schöne Stunden gemeinsam erlebt.

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Zurück aus Köln, meldete sich umgehend Ailda wieder... Sie habe sie vermisst und so. Mal sehen, wie lange das nun anhielt...

Sie wollte sie sehen, vllt, dass sie am Wochenende zu ihr nach Mönchengladbach käme. Abwarten! Bis dahin konnte sich noch viel ändern... :roll:

Sie war natürlich happy darüber, aber sie traute dem Braten noch nicht so ganz. Zuoft war sie enttäuscht worden bisher.

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Tatsächlich: Sie war bei ihr gewesen.

Sie waren über den Weihnachtsmarkt in Rheydt geschlendert und die Literatin der Moderne hatten ihnen 2 Silberringe gekauft und geschenkt. Dann waren sie im 4 Sinne gewesen, einem netten Cafe-Restaurant, in der Mariengalerie für eine PC-CD, später noch im G-Punkt (Nachtclubbar)..., war ein schöner Tag gewesen, den sie noch bis zum frühen Morgen ausklingen liessen.
Nach dem Frühstück in ihrer Lieblingsbäckerei, fuhr Ailda wieder nach Essen zurück. Sie wollte über alles nachdenken.

In der Zwischenzeit lud sie Ute zum Essen ein, die sich nicht zweimal dazu einladen liess... Tja, Kochen hatte sie eben doch gelernt. :mrgreen: Das war ihr nun schon mehrfach und eigentlich immer bestätigt worden...

Hähnchengeschnetzeltes mit Zwiebeln, Poree und Champignongs, saure Sahnesosse mit Pfeffer, Paprika, Curry, Sojasosse, dazu Spiral-Nudeln und als Nachtisch selbstgemachter Vanillepudding mit Himbeeren. Ute liess keine Reste... :mrgreen:

Am nächsten Tag bekam sie dann Aildas whatsapp, wie gerne diese mit ihr zusammen sei und dass sie sich aufs nächste Mal freuen würde. :mrgreen:

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Was für ein krasses Weihnachten war das denn???

Sie wollte Ute zu Weihnachten zum Essen einladen, hatte schon alles soweit vorbereitet.

Plötzlich fiel dieser ein, dass sie auch eine Weihnachtsfeier bei sich machen wollte und manisch wie sie war, hatte sie sie auch noch beleidigt und dann ihr abgesagt. Ok, soweit so ungut....

Sie beschloss, bei ihren Eltern zu feiern. Diese hatten unerwartet am 24.12. Besuch von ihrer älteren Schwester bekommen, die es bestens verstand, sich in den Mittelpunkt zu stellen und sie zu nerven. Sie verliess also die Feier und konnte nicht mit ihrer Mutter in die Christmette, um ihr beizustehen, falls etwas wäre. Soweit, so ungut. Aber Weihnachten und dann auch noch christlich mit Messe, wäre als überzeugte Atheistin sowieso nicht so ganz ihr Programm gewesen. Wie sie diese Tage hasste!
Zu Hause angekommen, meldete sich Ute. Sie wäre gegen 18.00 bei ihr. Ok. Obwohl sie sie sehr unfair behandelt hatte...!

Was dann kam, überschlug alles. Ihr Bekannter hatte sie versetzt, von dem sich Ute hatte bekochen lassen wollen. Ein wenig Schadenfreude hatte die Literatin der Moderne schon. Sie war also nicht gekommen, um sie zu trösten, sondern um die Literatin der Moderne abzuholen zu sich, in der Hoffnung, dass sie ihr die Ente zubereitet...! Tolle Freundin, erst versetzen, um sich dann bekochen zu lassen. Ihr behinderter Verwandte war ebenfalls bei ihr und kannte sich noch weniger mit Ente aus. Das alles erfuhr sie jedoch erst, als sie schon abgeholt worden war. Tote Ente! Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, ihre Innereien zu entnehmen, geschweige denn, sie zu waschen und würzen. Ihr wurde einfach übel bei dem Gedanken! No Go!

So war sie also vergeblich für 2h von Ute zu deren Haus entführt worden. Es war ja wohl auch pervers genug von Ute gewesen, so etwas zu erwarten!!! Warum sollte sie eine Weihnachtsfeier retten, die ihr Weihnachten verdorben hatte???

Uta brachte ihren behinderten Verwandten und sie nach Hause, um noch 2 weitere Stunden bei der Literatin damit zu verbringen, über ihre Wohnsituation zu reden. Schon wieder benutzte sie sie als Coacherin und Fachfrau (schliesslich war sie gelernte Bauzeichnerin mit abgebrochenem Archtitekturstudium). Jetzt wurde sie richtig wütend.

Ute wollte ihr 3 Familienhaus umbauen, um darin ihren behinderten Verwandten wohnen zu lassen. Sie hatte sich bereits selbst dagegen entschieden, dort zu wohnen aus diversen Gründen. U.a. wegen Utes unkalkulierbaren manisch-depressiven Euphorien und anschliessenden Depressionen mit diversen Beleidigungen. Kannte sie sie doch bereits 3 Jahre diesbezüglich. Nein, das würde ihr zu anstrengend sein!

Ute hatte unterdessen genug Infos von ihr eingeholt und war gefahren...

Sie würde diesen Tag einfach als chaotischsten Tag des Jahres verbuchen, irgendwann noch ihrem Glas Wein müde werden und schlafen gehen. Egal, was am nächsten Tag sein würde. Vielleicht würde sie den 1. Weihnachtstag auch einfach nur verschlafen. Ihrer älteren Schwester wollte sie jedenfalls nicht mehr begegnen in diesem Jahr trotz Roulladenessen.

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Tief versunken in das erste Kinofilmerlebnis mit Ailda in der letzten Woche ging sie in ihr Schlafgemach und hatte gute Träume.. 8-)

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Entsprechend stand sie am 1. Weihnachtstag erst gegen Nachmittag auf, damit nicht auch noch der Tag verdorben war.

Nach der Bescherung und leckerem Essen (Rotkohl mit Kartoffeln und Sauerbraten) bei gemütlich aufgeräumter Atmosphäre fuhr sie wieder zu sich und führte noch ein Telefonat mit Ute, der sie erst mal die Levitten lesen musste, wie sie so unverschämt gewersen sein konnte, von ihr zu erwarten, dass sie Weihnachten in einer Messiwohnung verbracht haben musste und dazu noch für die Ente zuständig sein sollte!

Nein, so konnte es nicht weitergehen mit der Freundschaft zu Ute. Sie würde konsequenter vorgehen mit ihr und sich nichts mehr dergleichen bieten lassen. Erst mal sollte sie sich gründlich bei ihr entschuldigen, wenn sie überhaupt noch irgendetwas von der Literatin der Moderne erwartete. Es war eine Zumutung alles gewesen und sie war sehr beleidigt und wütend über Ute. Was war überhaupt noch tragbar bei ihr?

==0

Ailda hatte sich vor 2 Wochen scheiden lassen. Nun war sie dermassen ambivalent der Literatin gegenüber, dass diese nicht mehr wusste, wo ihr der Kopf stand.

Mal machte sie ihr gegenüber die schönsten Liebesbeteuerungen und mal sagte sie einfach, ihr Ex wäre eifersüchtig und sie könne das allles nicht mehr aufrecht erhalten. Ok, da waren ihre zwei Kinder im Spiel... Dennoch: Warum konnte sie einfach keine klaren Aussagen machen und mal emotional am Ball bleiben?

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Würde sie dieses zwei chaotischen Beziehungen mit ins nächste Jahr nehmen oder würde sie Abstriche machen und versuchen, andere normalere Menschen kennenzulernen? Vielleicht auch beides parallel?

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Erst mal stand Silvester vor der Türe und sie würde mit Anne feiern. Fondue und Bleigiessen. :mrgreen: Sie würden es sich mit den zwei Hunden von Anne gemütlich machen und alte Schallplatten neu auflegen.

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Sie war bei ihr angekommen und hatten noch Getränke gekauft und was zum Frühstücken. Dann waren sie mit den Hunden spazieren gegangen (Anne hatte 2 Jack Russells, m+w) und hörten ihre Lieblings-Oldies auf Annes Plattenspieler. Es war einfach total schön und sie redeten über alte Zeiten, bis sie dann Appetit auf das Fondue bekamen und beide genüsslich assen. Sie schauten sich noch die Feuerwerksübertragung im TV an und stiessen beide sehr zufrieden auf das neue Jahr an.

Welch ein gelungenes Silvesterfest, so ganz in Ruhe. Es hatte was, dass sie nun beide älter geworden waren.


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Seit knapp 2 Jahren war sie jetzt Single... so lange, wie noch nie. Morgen würde sie zum Arzt gehen, es musste doch irgendwas von ratiopharm dagegen geben!

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Ailda hatte sich bei ihr angekündigt. Sie wollte sie sehen... Wo das wohl wieder hinführen würde...!?

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Es hatte jeglich dazu geführt, dass ihr Portemonnaie geschrumpft war...! - Nein, so konnte es nicht weitergehen!

Ein vorübergehender Kontakt auf whatsapp über facebook hatte ihr dies klar gemacht. Sie würde sie vergessen. Endgültig. Radikale Aktzeptanz waren die zwei Zauberwörter.

Tut uns leid, dass Sie diese Erfahrung machen mussten...

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Beitragvon MissDreamy » 2. Feb 2016, 07:41
Hingeben

Hingeben dem Schmerz

Über die Illusion

Dass ihr Freunde wart.

Loslassen der Trauer

Des Verlustes

Erreichen des Ziels

In eine Zukunft

Ungewiss

Und dennoch

Labend.

Warum ich das alles

Ertrage?

Weil es immer ein danach gibt.

(CO) Jeannette Hollmann, Februar 2016

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La vie continue.. dachte sie und so wars denn auch. Zunächst als überzeugte single-Frau, was auch mal ganz gut war. Es beunruhigte sie auch nicht weiter, dass dies nunmehr seit 2 Jahren anhielt. Sie wollte einfach keine faulen Kompromisse mehr machen müssen.

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Ständig war sie begleitet von kleinen Abenteuern und Alltäglichkeit zugleich, die das Leben stets für sie offenhielt... 3 Wochen schon hielt die Kennlernphase an...
Sie haten sich getroffen und waren ins Gespräch gekommen. Ohne Austausch von Adressen und handy-Nrn. Ganz klassisch also mit ungewissen vagen Verabredungen. Aber immer am gleichen Ort...

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Was war das?

Immer wieder freuten sie sich aufeinander... immer wieder die ersten ironischen Bemerkungen über Politik und Gesellschaften... Ausbruch von Gefühlen... Nebeneinander Sitzen und Chillen.... Ihr Gegenüber begab sich auf ein ungewisses Terrain, das war ihr sehr schnell klar. Sie wollte ihr diese Unsicherheiten nehmen. Sie musste etwas Geheimnisvolles an sich haben. Einmal hatte sie sie auf die Wange geküsst zum Abschied. Immerhin. Vielleicht war es ein Anfang. Sie jedenfalls hatte sich an Annabel gewöhnt und diese machte es spannend. Sie begann sie zu vermissen, wenn sie zu Hause war. Auch für sie war es etwas Ungewöhnliches, auf eine solche Art jemanden kennenzulernen ohne sich neu zu verabreden und alles dem Zufall zu überlassen. Wollte sie sich Zeit für den Anfang nehmen, wollte Annabel sie kennenlernen oder vegetierte sie nur so vor sich hin und es war ihr imgrunde egal, wen sie dabei gerade antraf? - Nein, eigentlich hatte sie nicht den Eindruck! Auch für sie war sie jemand Besonderes. Sie würde am Ball bleiben...

Annabel war ein paar Jahre älter als sie, hatte wunderhübsche Augen und eine sinnlich-philosophische Ausstrahlung. Ihre Ruhe tat gut. Eine angenehme unaufdringliche sinnliche Stimme.

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Eine Art, Verbundenheit zu geniessen, die ihr völlig abhanden gekommen war. Annabel erstaunte sie. Ein Zeichen, dass sie noch lebte, wenn sie jemand erstaunen konnte...

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Gestern hatten sie sich nicht gesehen. Sie hatte überlegt, ob sie hingehen sollte zu dem gemeinsamen Treffpunkt in ihrer "Kneipe um die Ecke", aber war dann doch nicht dort gewesen. Sie wollte noch ein bisschen Zeit haben, bevor sie endgültig beschloss, sich zu verlieben.

Muttertag stand auf dem Plan.

Sie hatte für ihre Mutter ein Buch angefangen, dass nur ihr gewidmet war. Handgeschrieben. Sie war noch nicht sicher, was sie alles darein schreiben wollte. Sie schrieb einfach drauflos. Was sie gerade so empfand. Für sie.

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Wäre sie noch verheiratet, wäre sie es bereits seit 13 Jahren übermorgen und ihre Frau wäre schon 3 Jahre tod. Sie wäre Witwe.... Sie hätte Kinder gehabt. Wäre nicht alles so schief gelaufen damals. Sie hatte sich einfach trennen müssen. Es war eine schwere Scheidung gewesen, weil ihre Exfrau sie nicht gehen lassen wollte. 1.5 Jahre Rechtsprozess. Nur schmutzige Worte, die sie nicht verdient hatte. Sie war darüber sehr krank geworden. Denn auch bei ihr war ein Lebensziel unterreicht geblieben.

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Freitags war sei nochmal in der Kneipe um die Ecke gewesen und hatte daraufhin ziemlich schnell entschieden, dass sie dann doch besser solo bleiben würde....! Wenn sie eins nicht mochte, waren es Menschen, die aggressiv wurden, wenn sie zuviel getrunken hatten.

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So war sie dann auch ganz froh, wieder in ihren eigenen 4 Wänden zu sein und zu relaxen.

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Inzwischen hatte sie einige Männerbekanntschaften gemacht. Vielleicht würde sie ihr Leben wieder umkrempeln...

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Nein, das würde sie sicherlich nicht...! :mrgreen:

Von einem fürchtlerichen Krach wurde sie geweckt. Ein Donnerwetter-Unwetter.

Natürlich hatte sie auch wieder Frauenbekanntschaften gemacht und ihr war schnell klar: Der Verwöhnt-Werdetyp war sie nicht. Eher die Jägerin. Bei Männern könnte sie leicht alles haben und reich sein. Aber was nutzte das, wenn sie nichts empfand? Da konnten sie sich auf den Kopf stellen und mit dem linken Zeh wackeln: Ihr Herz schlug nun mal nicht für sie, auch wenn sie es auf den ersten Eindruck leichter haben würde... :!:

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So hatte sie schon zahlreiche Angebote in ihrem Leben von sich gewiesen. Auch diesmal von einem sehr gut betuchten Mann... Was war schliesslich äusserer Reichtum, wenn der innere fehlte?

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Das Sexuelle war imgrunde eh No Go. Sie konnte sich noch soviel bemühen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, da tat sich einfach nichts. Dagegen bei Frauen...

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Allein die Vernunft würde sie eben nicht umstimmen können, dafür war sie zu sehr Lesbe mit Herz.

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Selbst, wenn die Vorraussetzungen in einer Kleinstadt wie Rheydt alles erschwerten, eine richtige Frau, am besten Lesbe, kennzulernen, so hielt sie das nicht davon ab, dies zu tun. Sie wollte einfach nicht dem gängigen mainstreaming des heterosexuellen Lebens dort nachgeben. Konnte sie auch gar nicht. Dafür war sie nach 32 Jahren coming out zu lesbisch.

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Es war also klar: Sie würde es weiterhin schwerer haben. Aber, wenn sie eines Tages wieder mit einer Frau zusammen wäre, umso besser. Dafür nahm sie viel Schwierigkeiten hin, inklusive permanenter Diskriminierung und Rivalitätsgebärden der Männerwelt.

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Da würde sich ein Ortswechsel geradezu anbieten. Zurück nach Köln war immer Thema gewesen, seit sie vor 8 Jahren hierher aufs Land in diese Provinzstadt gezogen war. Da war es auf jeden Fall einfacher, Lesben anzutreffen und die Chance, ihr Glück zu finden, war ebenfalls in Köln grösser.

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Nit 11 Leuten hatten sie in Holland ein Haus für 5 Tage gemietet und dort eine schöne Zeit verbracht. Harmonisches Miteinander war für sie schon immer wichtig gewesen. Und das hatten sie gehabt... :!:

Ihre neue Bekannte war auch sehr nett und so war sie jetzt nicht mehr alleine unterwegs.

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Mittwochs würde sie nach Köln fahren, wenn ihre Windschutzscheibe bis dahin repariert werden konnte. Ansonsten würde sie sich ein Auto leihen von Ute. Sie war mit früheren Bekannten aus Kölner Zeiten verabredet, die sie einige Jahre nicht getroffen hatte und war sehr gespannt, wies den anderen so ergangen war bis heute... Sie hätte auch Einiges zu erzählen.

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Erst mal zum Friseur... dann Autowerkstatt... neuer Morgen-neues Glück. Selbststruktieriert zu leben war eben nicht immer ihre Sache... Aber arbeiten gehen würde sie nun auch nicht mehr.

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Arbeit... was für ein Thema... Die emisten um sie herum gingen einer Tätigkeit nach, wodurch sie Geld verdienten und eine automatisierte Struktur von sozialem Umfeld und Geld verdienen hatten. Praktisch brauchten sie nicht nachdenken über ihr Leben und waren zufrieden damit. Sie hielten nichts davon, nicht arbeiten zu gehen und hatten geradezu Angst davor. Dabei gabs do9ch immer wieder genug, die arbeiten gingen...! - Sie konnte es oft nicht nachvollziehen, wie man sein Leben mit einer Beschäftigung verplempern konnte, die gesellschaftstauglich sein sollte. Gab es denn sonst gar keine Gesellschaften? Das Leben konnte so bunt ohne Arbeit sein. Frau konnte sich alle Zeit der Welt nehmen. Aber die emisten konnten und wollten wohl auch nicht damit umgehen, mit wenig Geld klar zu kommen. Das war nun seit 13 Jahren ihr Job. Und es klappte immer prächtiger. Sie fand einfach keinen Gefallen daran, jeden Tag dasgleiche zu tun und gönnte sich den Luxus des selbstbestimmten Lebens. Was war schon Geld? Wahrscheinlich hatte sie zu wenig Verhältnis dazu...

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Sie erinnerte sich an jene Arbeitszeiten in ihrem Leben, wo es ihr Spass gemacht hatte, sich vorzubereiten auf die Arbeit. Aber es war auch immer anstrengend gewesen, aufzustehen, wenn der Wecker klingelte und somit künstlich geweckt zu werden. Es war anstrengend,die seelischen Blähungen ihrer Chefs oder Kollegen zu ertragen und immer coaching zu betreiben und nebenbei abzuschalten, um sich auf Reinzeichnungen zu konzentrieren und nichts falsch zu machen. Diese gesamte Verantwortung legte sie vor 13 Jahren ab. Es war ihr zu mühselig und sie war auch nicht mehr so belastbar gewesen. Hatte sie doch auch noch ein Privatleben zu klären und zu leben. Das kam dabei stets zu kurz oder blieb auf der Strecke. Schluss damit! So lebte sie fortan von ihrer kleinen Rente, die sie sich trotz Krankheit erarbeitet hatte und wurde in ihren eigenen 4 Wänden glücklich mit schreiben, malen, lesen, Spaziergängen und autodidaktischem Studium an der Menscheheit und übers Leben. Schliesslich war man auch ohne Arbeit lebenstauglich und wenn frau kein Geld hatte, konnte sie auch zur Minimalistin werden.

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Es regte ihre Phantasie viel mehr an, von Dingen zu träumen, als sie zu besitzen.

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Sie wusste auch, dass sie auf ein Leben ohne Arbeit und Rhytmus lieber zurückblicken würde, als auf ein vorgebenes Leben mit Arbeit. Sie wollte einfach nicht so gefesselt sein. Freiheit bedeutete ihr dabei sehr viel und Privatleben. Sie war überzeugt, sie würde nicht viel davon haben, wenn sie sich alles leisten könnte und kaum noch Phantasie zum träumen gehabt hätte...!

Nein, Arbeiten war in ihrem Leben Out und fand einfach keinen Platz mehr. :mrgreen:

Schliesslich hatte sie einen guten Vergleich mit und ohne Arbeiten. Und sie hatte genug gearbeitet, um dies sehen zu können, dass es ihr ohne Arbeit besser gefiel und abenteuerlicher war. Sie hatte keine Angst mehr vor einem Leben ohne Arbeit.

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Eigentlich sogar war Arbeiten irgendwie unmodern geworden und sie war ihrer Zeit voraus und dachte darüber nach und lebte es auch so, was ein Leben ohne ASrbeit bedeutetet. Es gab schliesslich auch viel zu viel überflüssige Jobs.

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Sie amüsierte sich lieber darüber, wenn jemand wegen Waschzwang Mehrbedarf für Strom... oder wegen Platzangst eine grössere Wohnung bekam. Es war einfach die Ironie ihrer Zeit schlechthin, die sie immer wieder in Erstaunen versetzte. Putzhilfe wegen Antriebslosigkeit... Genau das war ihr Ding! Schliesslich schaffte man dafür neue Arbeitsplätze und gewährleistete die Überflüssigen! :lol: :lol: :lol: :-P :idea: Imgrunde waren sogesehen die gesamten Sozialdienste überflüssig... Gewisse Menschen brauchten nur einen Tritt in den Allerwertesten. Und wenn diese Gesellschaft sich tatsächlich durch richtiges Arbeiten ernähren müsste, wäre alles eh anders. Dem war aber nicht so. Sie lebte geradezu in einer überzüchteten Gesellschaft mit Luxusproblemen, die auch noch finanziert wurden. Dem galt es sich zu fügen. :lol:

Manche Leute wurden immer bequemer dadurch, dass sie nicht mehr arbeiten gingen. Was war sympathischer? Jemand, der emsig von seinen Überstunden erzählte oder jemand, der nicht wusste, was morgen geschehen würde?

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Sie würde es zwar nie so machen, aber es bedeutete imgrunde, wenn man es geschickt anstellte, bekam man eine grosse Wohnung, eine Putzhilfe, Strommehrbedarf und einen coacher ohne, dass man dafür was bezahlen musste. Das betraf aber nur diejenigen, die an ihrer Gesellschaft erkrankt waren und kein Geld hatten. Man bekam also auch Luxus ohne Geld zu haben.

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Sie dachte an den Schlagzeilenmacher der Bild seinerzeit, der soweit ging, sich auf Mallorca ein Leben mit Sozialhilfe zu finanzieren... nicht weit davon entfernt, das Ganze!

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War diese Gesellschaft wirklich so krank oder hatte sie nur Geld im Überfluss?

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Anna. Heute war ihr Namenstag. Auf Anna. Sie war katholisch getauft und von daher wurde dies gefeiert. Natürlich feierten ihre Eltern jeglich den Namenstag ihrer Oma, die sie getauft und m Arm gehalten hatte bei der Taufe.
War sie doch Heidin und Atheistin seit nunmehr 27 Jahren! Sie war aus der Kirche ausgetreten wegen § 218 und der Ungleichberechtigung der Frau im Katholizismus. Es stand ihr also nicht zu ihren Namenstag zu zelebrieren. Zumindest nicht von ihrer katholischen Restfamilie her...Eine Bestrafung seit 27 Jahren unter der sie schon lange nicht mehr litt. Göttin sei Dank. So konnte sie ihn alleine feiern. Ohne ihre katholsiche Restfamilie.

Sie hatte sich das Foto ihrer Oma auf den Tisch gestellt und eine Figur, die diese ihr seinerzeit als sie noch lebte, geschenkt hatte. Und wieder fühlte sie sich eins mit dieser grossartigen Frau und Künstlerin, die sie immer beschützt hatte.

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Hier beginne ich demnächst mit Teil 6.

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Ihre beste spirituelle Freundin Alexandra hatte die Welt für sich angehalten und war ausgestiegen aus dem Leben....!

Fassungslos versuchte sie in den nächsten Tagen mit ihrer Trauer darüber klarzukommen. Kaum schien dies zu gelingen. Sie hätte ihr so gern helfen wollen, aber nun war es zu spät. Seit Tagen irrte sie umher ob dessen und fragte sich, ob dies eine Lösung war. Es war keine Lösung. Es war einb Loslassen all dessen, an dem sie so sehr gehangen hatte. Es war wohl alles bedeutungslos für sie gewesen und geworden. Sie war isoliert von der Gesellschaft gewesen und hatte weit abseits gelebt zum Schluss. Es war ihr nicht gut gegangen, das hatte die Literatin der Moderne beim letzten Telefonatmit ihr gemerkt. Aber dass sie diesen Schritt gehen würde, hatte sie nun doch nicht gehofft.

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Jeannette-Anna Hollmann
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 6. Jan 2018, 17:46

Sie war erschüttert und es treibte sie zum Alkohol eine zeitlang. Das war jedoch auch keine Lösung auf die Dauer, das war ihr klar.

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Nächtelang hatte sie kein Auge zugetan deswegen und war in ihrer Stammkneipe versackt....

Alexandra hatte schwere Depressionen gehabt. Ihr Leben lang war sie manisch-depressiv gewesen und hatte damit zu kämpfen gehabt. War sie nun erlöst? Sie wusste es nicht. Keiner wusste es. Frau konnte nur hoffen, dass da, wo sie jetzt war, es ihr besser ging....

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Beitragvon MissDreamy » 25. Aug 2016, 07:21
Für meine geliebten Toten...

Ewigkeit

Über Deinen Schlaf ruhen
Wohlweislich im Abschiednehmen
Dein blasses Lächeln
Mir widmend
Ein Gedicht
Mir sagend
Was alles du je vermisstest
Als Du auf dem Wege warst
Zum Tor
Ein letztes Mal erzitterten Deine Glieder
Ich hielt sie... Deine Schmerzen
Deine zarte Hand
Als Du gingst in Jenseits

Wir würden uns nie verlieren.

Ich wusste: Immer
würdest Du mir zuflüstern
Was uns verbunden

Wusste:
Du bleibst.

(CO) Jeannette Hollmann, im August 2012

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Jeannette-Anna Hollmann
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 6. Jan 2018, 17:52

Sie selbst würde sterben an dem Tag, wenn sie die letzte Seite ihres Buches geschrieben hatte.

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Diese letzte Seite würde wahrscheinlich leer sein.

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Sie hatten sich 2004 kennengelernt und waren sich in einer Klinik in Köln begegnet, als sie beide eine Krise hatten. Sie lebtein ihrem Scheidungsjahr, während Alexandra sich nach Indien zurücksehnte.

2006 sollte es dann soweit sein und Alexandra emigrierte erneut nach Indien. Diesmal für längere Zeit. Erst 2014 kam sie wieder zurück. Da musste sie den Tod ihrer Mutter verdauen.Ständig redetet sie davon, wie schön es in Indien gewesen war und dass sie wieder zurückwollte... Stattdessen landete sie an der Mosel in einem Ort, wo sie niemanden kannte und wollte zunächst noch zurück nach Köln, was nicht mehr klappen sollte.

Natürlich hatten sie dennoch viele Begegnungen bis dahin gehabt. Im letzten Jahr war Alexandra für einige Wochen in dem Heimatort der Literatin verweilt, um dann an die Mosel zu ziehen. Sie hatten sich überworfen. Das erste Mal in all den Jahren...

In diesem Jahr hatten sie sich wieder vertragen und alles schien wie früher. Aber Alexandra war sehr unglücklich über ihre neue, selbstgewählte Heimat an der Mosel. Sicherlich war dies auch ein Grund für ihren Freitod. Der Hauptgrund schine der Literatin jedoch ihre Grunderkrankung zu sein. Es war alles nicht leicht und es geschahen Dinge, auf die sie keinen Einfluss gehabt hatte.

Nun würde sie also ohne sie auf diesem Planeten auskommen müssen. Aber sie war in ihrem Herzen und würde dies auch nie verlassen, sie war sicher. Sie würde für sie beten und eine Kerze anzünden. Lilafarben. Alexandra hatte ihr einst das Buch geschenkt mit Widmung: "Die violette Flamme". Es hatte ihr immer geholfen.

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Neuer Tag - neues Glück.

Sie trank ihren Morgenkaffee und genoss die Ruhe vor dem Sturm. 8-)

Es würde noch eine zeitlang dauern, bis sie den Schmerz über den Verlust Alexandras vergessen könnte oder zumindest damit leben könnte.

Sie hatte sich mit einer Bekannten verkracht, die ihr aus heiterem Himmel vorgeworfen hatte, dass sie an dem Freitod Alexandras schuld sei. Sie musste sich von ihr noch ein paar Unverschämtheiten anhören, bevor sie ihre Stammkneipe verliess. Was in sie gefahren war, wusste sie nicht. Sie war sich nur klar darüber, dass es total unberechtigt war und schon fast pietätslos...! Ob sie sich mit ihr nochmal vertragen würde, war die Frage. Sie war eigentlich nicht gewillt, mit jemandem befreundet zu sein, die imgrunde nichts von ihr hielt. Und hatte dies auch nicht nötig. Es war geradezu lächerlich, aber ihre Bekannte hatte sich so echauffiert, dass sie nur noch wild um sich brüllte mit Beschimpfungen, reichlich niveaulos. :!: Schon einmal hatte diese Bekannte sich einen grossen fault pas geleistet, den sie ihr nicht verzeihen konnte und sie in grosse Schwierigkeiten gebracht hatte. Wozu? Was wollte sie??? Wahrscheinlich war sie neidisch...! Sie konnte es jedenfalls nicht nachvollziehen.

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Beitragvon MissDreamy » 19. Sep 2016, 17:52
Das Leben ging weiterund sie hatte wieder ein bisschen mit dem Malen angefangen. Das hatte sie immer am meisten beruhigt und abgelenkt. Sie war wieder begeistert von Acrylfarben auf Leinwandund malte zunächstihr Lieblingsmotiv: Den Sonnenuntergang. In den verschiedensten Variationen. Mal abstrakt, mal pointilistisch, mal impressionistisch. Toll, diese Farbenfroheit. Ihre eigenen suizidalen Gedanken durch Alexandras Tod wichen langsam und sie erholte sich in einer Klinik davon.

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Ihre jüngere Lieblingstante hatte sie zu einem Urlaub an ihren Lieblingsort auf Mallorca eingeladen: Cala Figuera. Sie war gespannt. Würde es diesmal klappen? Sie hatte sie bereits einmal schon in die Türkei zum Urlaub machen eingeladen..., aber da wollte sie gar nicht hin.

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Selbst dann nicht, wenn sie dafür 100000 Euro bekommen würde. Nein, never Turkey!

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Endlich wieder zu Hause...! In den eigenen 4 Wänden...! Keine Mehrfachdialoge, keine sinnlosen Gespräche,kein dummes Gemotze der PatientInnen oder des Personals, was sie über sich hatte ergehen lassen müssen, da sie ca. 14 Tage die Aufgabe der Stationssprecherin zu geteilt bekommen hatte. Nein, überfordert hatten sie sie damit nicht,aber es war dann doch alles irgendwann nervig geworden. Ansonsten war der Klinikaufenthalt nach Plan verlaufen und sie hatte neue Kontakte geknüpft.

Eigentlich wollte sie heute nach Köln gefahren sein in die Blue Lounge. Daraus war leider nichts geworden. Ihre Lieblings-DJ Claudia hatte frei. Schade, aber verständlich...Nun ja. Wer weiss, wofürs gut war. Sie war nun seit drei Wochen abstinent und wollte den morgigen Geburtstag ihrer Schwester nicht verpassen.

Das Leben ging weiter und sie war aus ihrer eigenen Suizidalität entkommen.

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Diesmal hatte sie die Bekanntschaft mit einem Hetero-Mann gemacht. Das Übliche. Imgrunde immer wieder nur das Eine wollend, war er ihr zu nervig geworden. Schliesslich sollte esnur eine Freundschaft sein. Aber... Freundschaft als Lesbe mit einem Hetero-Mann? Ging das überhaupt? :roll: Sie hatte immer wieder das Gegenteil erleben müssen und sich dementsprechend zurückgezogen von allen Männern, egal ob schwul oder hetero. Sie waren ihr einfach zu schwanzgesteuert! :twisted: :mrgreen:

Nun ja. Sie versuchte es halt wieder.Trotz allem. Schliesslich war ein Hetero-Mann gut dazu geeignet, gemeinsame Unternehmungen zu machen, wenn man/ frau ihn auf seine Grenzen verwies. Dennoch war es immer wieder dasgleiche Theater mit ihnen: "Warum bist Du lesbisch? - Du bist es nur, weil Du Angst vor Männern hast. - Du hast eben den Richtigen noch nicht gefunden... etc...!" Immer dieses Infragestellen ihrer Sexualtität! Nein, das brauchte sie nicht wirklich für ihr Leben!

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Als single-Lesbe würde sie sich immer wieder diesem verletzten Stolz der Eitelkeit eines Mannes aussetzen müssen. Oder vielleicht diesmal doch nicht? Vielleicht ging ja eine platonische Freundschaft. Und auch hatte sie Zeit, da sie eh keine Lust auf eine Beziehung hatteund noch genügend enttäuscht von allem war, was das anging.

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Warum wollten Männer immer gleich eine Beziehung oder Sex? Konnten sie nicht einfach eine normale Freundschaft pflegen ohne Hintergedanken an Sex? Diesen Druck wollte sie dann auch nicht aushalten müssen... Es war schon traurig irgendwie.

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Morgen würde sie erst einmal auf die Beisetzungsfeier von Alexandras Urne gehen...

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Ihr war schlecht, sie hatte Durchfall, Herzrasen und Kreislaufprobleme... Würde sie es dennoch zu der Beisetzung ihrer geliebten Freundin schaffen? - Anschliessend in Köln dann noch das Essen beim Inder irgendwo in Köln (Never forget Navi!).... Würde sie das wirklich vertragen? Jetzt? Nach dem Affentheater mit diesem durchgeknallten verhinderten Musiker?

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Ihre andere, langjährige Freundin Petra aus Köln hatte sich wieder bei ihr gemeldet. Ein netter Hoffnungsschimmer...

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Dank ihres Frührentnerinnen-Daseins hatte sie sich nur noch selten den Wecker stellen müssen. Diesmal würde sie es tun. Sie war zwar übernächtigt und ihr war übel (Kreislaufund Durchfall),aber sie würde diesen letzten Weg noch mitgehen zu dem Urnenbegräbnis...Komme, was wolle.

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Einfach: Liegenbleiben!

Sie war kurz morgens wach geworden,ihr war immer noch schlechtund sie beschloss,nicht zum Urnenbegräbnis zu gehen.
Sie war blockiertund konnte einfach nicht.

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Jeannette-Anna Hollmann
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 6. Jan 2018, 18:06

Wie schön, ihr Reich wieder alleine geniessen zu können!

Ihren Geburtstag würde sie im engeren Familienkreis dieses Jahr feiern. Das stand fest.

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Würde sie das Rheinland nie verlassen können? - Gerade hatte sie sich entschlossen, ihre Fühler nach Berlin auszustrecken, als sich nach 15 Jahren urplötzlich einen Ex von ihr meldete und so tat, als wären diese nie zwischen ihnen gewesen. Was sollte sie jetzt davon wieder halten? Eigentlich hatte sie mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen, hatte auch gedacht, dass sie schlafende Hunde nicht mehr wecken wollte. Aber das hatte sie gerade dann doch in Erstaunen versetzt. Erst fühlte sie sich geehrt, dann jedoch kamen ihre einige unschöne Erinnerungen zwischen ihr und ihrer Ex entgegen... Ob dsie denn wirklich wollte, dass sich alles wiederholte? - Nein, das wollte sie nicht. Aber es war ja auch ganz nett, dass sie sich gemeldet hatte. Dann hatte sie eben jetzt drei von ca. 12 Exen, die den Kontakt zu ihr wieder gesucht hatte.

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Ivona wollte sie aus Köln besuchen kommen. Sie würden sich in einem Cafe in Rheydt treffen.

Wenn sie aufs Jahr zurückblickte, so hatte sie der Selbstmord ihrer Bekannten am meisten geschockt und in Trauer versetzt.
Natürlich war auch der Rechtsruck in Deutschland sehr beunruhigend...
Was würde also alles noch passieren dieses Jahr? Sie musste mit allem rechnen.

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Sie würde ihre Ex nach 15 Jahren in einem neutralen Cafe in Rheydt wiedertreffen heute. Natürlich war vorher Vollmondin, so dass die Literatin der Moderne kein Auge zumachte... Aber sie würde die Zeit mit ihrer Ex geniessen, das wusste sie. 8-)

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Beitragvon MissDreamy » 12. Dez 2016, 07:04
Sie hatte eine Schreibblockade...

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Erst hatte sie eine Malblockade gehabt vor Jahren (2005-andauernd). Nun hatte sie zu allem Übel auch noch eine Schreiblockade also... :twisted: :mrgreen: :roll: Es war Jahresende und sie war ziemlich ausgepowert von diesem Jahr. Es hatte sich Vieles ereignet in diesem Jahr und sie war froh, wenn es vorbei war.

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Neues Jahr, neues Glück! - Vielleicht ging nun alles schneller und unkomplizierter als sie dachte!

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Sie hatte gleich mehrere Eisen im Feuer zum Jahresbeginn und würde es abarbeiten. Der Reihe nach.

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Sie überlegte nicht mehr, was der Sinn ihres Lebens für die restlichen 20 Jahre werden sollte. Sie lebte einfach.

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Der neue Titel ihres Buches gefiel ihr: "Die Wiedergeburt der Jeanne D' Arc".

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Vorher würde sie noch ein bisschen Ski fahren... :lol: :lol: :lol: :mrgreen: Moinmoin

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Was imgrunde interessierten sie noch Bauprojekte oder Politik oder Revolutionen??? Sie wollten mit diesem frechen korrupten Kapitalismus nichts gemein haben. Schöngeistige Dinge waren auch Luxusdenken, sie wollte einfach nur Ruhe!

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Mittlerweile war sie mit ihrem Auto im Harzgebirge angekommen... Wie schön die Natur doch war! Längst hatte sie das vergessen. Alles ganz weiss und still.

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Erst mal war Langlauf angesagt. Sie fand eine Leupe und ging in die Knie nach vorn gebeugt. Ab gings! An Tannen vorbei, die mit Schnee bedeckt waren... Kilometerweise fuhr sie mit den Skiern durchs Harzgebirge. Manchmal kamen ihr Skifahren auf der Gegenseite entgegen, manchmal war am Rande der Leupe jemand liegengeblieben... Egal, sie wollte den Geruch der Freiheit.

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Sie war am Wald entlang gefahren... Prächtige Winterlandschaften! Das Leben war wieder für sie schön geworden. Dann kam ein Abhang, sie wechselte von Langlauf auf Abfahrtsrennen. Leider wars hier etwas belebter und sie musste aufpassen, dass sie den Scherenschwung noch beherrschte, um abzubremsen... Jetzt wurde es körperlich ein Stufe schwieriger und es ging zum Parallelschwung über. Hurra! Sie konnte es noch!

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Es war ein bisschen schwer gewesen mit ihrer Brille, eine Skibrille überzustülpen. Da da Sonne knallte musste sie zunächst auf ihre Sonnenbrille umwechseln... Sie machte Picknick und schnallte sich den Rucksack mit Proviant ab, setzte sich einfach in den auf den am Rucksack befestigen Anglerruckklappstuhl mit ihrer Thermohose und genoss eine gefühlte Ewigkeit die Natur. Ja, das wars, was sie gebraucht hatte. Einsamkeit und Einswerden mit der Natur. Aufatmen, Seufzen und Strahlen im Gesicht wechselten sich ab. Die ein oder andere Träne floss. Sie war glücklich. Glücklich mit ihrem Sein als Erdenwesen.

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Diese Erfahrung konnte sie im gesamten internet nicht machen, dass musste frau life erlebt haben!

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Wie lange würde es die Natur noch geben? :roll:

War Trump kurz davor, eine Atombombe abzuknallen?

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NEIN! Das wurde die Urgöttin der Natur nicht dulden! Sie wusste es! 8-)

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Oder war es doch kurz vor zwölf und müsste sie tatsächlich noch mal auf die Strasse gehen müssen, zum Demonstrieren gegen Atomkraftwerke? Thiange?

Sie hatte sich damals bewusst nicht für ein Physikstudium entschieden, obwohl es genau ihre Fachrichtung gewesen wäre mit dem Physikleistungskurs waren sie weit in das Thema der Atomenergie vorgedrungen. Sie hatte also beste Vorrauzssetzungen dafür gehabt, in der Nukleartechnik beruflich unterzukommen. Aber das hatte sie nicht gewollt. Sie liebte die Natur über alles und würde sie gegen jede Industriemacht verteidigen. Notfalls wie vor 30 Jahren, wo sie sehr krank darüber geworden war, wieder aufstehen und in Köln demonstrieren gehen!

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Sie stellte sich in die Sonne und beschwor Einsteins Rache.

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Sie hatte noch ein Rechnung mit ihrem Physiklehrer von vor 30 Jahren zu begleichen. Auch würde sie sich nochmals mit ihrer Philosophielehrerin treffen müssen, die sie seinerzeit vor 36 Jahren auf Jean-Paul Sarte (Existenzphilosophie) und Simone De Beauvoir aufmerksam gemacht hatte.

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Was war das für eine Zukunft für die Nachfolgegeneration??? Standen sie kurz vor einem Weltuntergang?

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Nein! - Diese schöne Natur-Welt würde nicht untergehen. Nicht mit ihr! Da hatten sich alle getäuscht!

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Da sie durchaus gewillt war, Pragmatikerin zu sein, holte sie ihre Freundin zunächst mal höchstpersönlich mit ihrem Rover am Hbf Mönchengladbach ab. Sie war aus Essen eingereist. Es war kalt und : Oh Wunder: Sie hatten endlich mit dem Bau einer Fahrradstation am Hinterausgang des Hbf begonnen. Wodurch natürlich ihr gewohnter Parkpaltz dort nicht mehr zu haben war. Sie stieg aus über dieses Wunder von Baustelle, was sicherlich auch noch versteckt mit ihrer Vorarbeit als Verkehrsplanerin für fahrradfreundlich Städte und Gemeinden entstanden war im Rahmen des Radverkehrskonzepts für ganz Deutschland. Ihr Werk hatte also auch hier endlich mal Früchte getragen! Fein!

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Sie war sehr gespannt. Sie hatten sich ca. 1 Jahr nicht gesehen. Wo würde das enden?

Sie fragte nicht diesmal, sondern sie genoss die Zeit mit ihr. Drei Tage wollte sie bleiben.

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Eins stand fest: Sie wollte keine On-Off-Beziehung mehr ab 2017!

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Sie wollte entweder eine beständige Beziehung oder gar keine. Zuverlässigkeit schien für die meisten, die sie kennengelernt hatte nur ein Wort zu sein. Überhaupt: Was war mit der Generation nach ihr los? Gut, dass sie keine Mutter geworden war. Sie verstand das alles nicht mehr, was da abging. Wollte es auch nicht mehr verstehen. Es war einfach nur störend für sie und dumm.

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Erst mal hatte sie der Alltag wieder und sie musste Rezepte abholen und sich um ihre Galle und Zähne kümmern.

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Das gestaltete sich zunächst schwierig, da sie keinen Termin beim Arzt bekommen hatte. Jeglich ein Rezept hatte sie eintauschen können in Ware bei der Apotheke. Sie hasste Arzttermine und versuchte immer, so gut es ging, diese zu meiden. Meist gelang es ihr, sich selbst zu heilen. In Mönchengladbach waren die Ärzte wesentlich unqualifizierter als in Köln und halfen selten weiter.

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Wie also würde es 2017 weitergehen? Weches Ziel hatte sie? Jedenfalls wollte sie nicht weiter zu Hause sitzen und Däumchen drehen und sich mit ihrem Liebesleben befassen. Es gab auch noch andere Tätigkeitsfelder, die sich ihr anboten... Politik, Kunst, Baubereich oder Schöngeistiges. Sie wollte wieder aktiv werden nach 10 Jahren Trauerarbeit.

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Wofür wollte sie ihre Energie investieren? Für Schwule und Lesben, Bis und Transen, die sich ewig die Köpfe einschlugen aufgrund unterschiedlicher Meinungen oder einfach neutral in der Verkehrsplanung, wo sie vom Fach war? Was war für ihr Leben die geringere Belastung? Wo war ihr Lebensmittelpunkt? In Köln oder in Rheydt? Eins stand so oder so fest: Sie wollte wieder etwas tun.

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Pause...

https://www.youtube.com/watch?v=zSRKgFB9piY

Keine ist wie Du - Joel Brandenstein & Chrisoula Botsika ( Gregor Meyle Acoustic Cover )

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Im Prinzip sah sie der neuen Welt des 3. Jahrtausends schon ein ganzes Weilchen gelassen entgegen... Schliesslich hatte sie schon so Einiges überlebt.

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Schon wieder war sie erleuchtet und hatte sich die Nacht um die Ohren schlagen müssen... Sie würde noch warten, bis die Post aus Köln kam und die aus Mönchengladbach, bevor sie schlafen ging. Jetzt wars eh zu spät bzw. zu früh.

Dieser Sch... Trump!!!

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Natürlich könnte sie auch ein Direktmandat als parteilose Kanzlerkandidatin beantragen für 2017.... Wahrscheinlich aber nur als virtuelles Spielvergnügen. :mrgreen: Besser wäre das... :arrow:

Dazu fiel ihr das altbewährte Sprichwort ihrer Mutter ein, welches sie nun schon länger introjeziert hatte:

Schuster, bleib bei Deinen Leisten!

:roll: :roll: :mrgreen: 8-)

War es denn richtig, wenn es soviel Ungerechtigkeit weltweit gab? Eine musste doch mal gründlich auf den Putz klopfen....! Das konnte doch nicht weiter gut gehen so.

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Tag und Nacht war das Fitnesscenter gegenüber beleuchtet und es wurde ihr vorgemacht, wie "man" eine gute Figur abgibt... Die Leuchtreklame des Multistore-Komplexes war unterschiedlich an. Hach ja, dieser tolle Naturausblick wie im 8. Stock ihrer Kölner Wohnung weit Richtung Bergisch-Gladbach fehlte ihr einfach irgendwie. Sie vermisste Sonne und Mond. Warum hatten sie auch ausgerechnet hier angefangen zu bauen. Der Blick auf die Textilruine war besser gewesen, als sie hier einzog. Da konnte sie wenigstens noch den Horizont sehen....! Gleich ging der Verkehr wieder los, so dass sie den ganzen Tag nur kurz "frische" Luft einatmen konnte... Feinstaubabgase von der Kreuzung. Vor ihrem Fenster staute sich regelmässig der Verkehr. Nachteil, wenn frau direkt in der Stadt wohnt...! Ihre jetztige Wohnung lag komplett nach vorne raus...

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Mit ihrer Menschenphobie brauchte sie das Auto, da gabs keine Zweifel. Köln war Horror gewesen, als sie 10 Jahre ohne Auto dort war. Und da sie dies meist nachts gewesen war, hatte sie das Trauma vom Bus und Bahnfahren dort noch nicht auflösen können. Jetzt war es noch schlimmer geworden und die Busfahrer schienen ihren Führerschein in der Türkei gemacht zu haben. Bahn gabs eh nicht, um schneller von A nach B zu kommen. Ihr Auto war ihre einzige Freiheit.

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Handy, sorry.

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Warum war sie so tief in die Vergangenheit zurückgereist... Sie war 15. Und mindestens BI. Eigentlich war sie schon in der Grundschule in ihre Lehrerin verliebt gewesen... Da war sie 7 und konnte diese Gefühle nicht einordnen... :roll: Dennoch hatte es sich nicht falsch angefühlt.

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Wahrscheinlich war das ein Rest ihrer Wechseljahre, weswegen sie sich da plötzlich so hinversetzt hatte... Gut, dass sie das alles nun hinter sich gelassen hatte. Es war sehr bedrückend für sie gewesen, bereits mit 15 lesbisch zu sein. Immer war sie dadurch Aussenseiterin in ihrer Klasse gewesen.

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Da bereits stand für sie schon fest, dass sie nicht mehr in ihrer Heimat bleiben würde, wenn sie 18 wäre... Es war unerträglich hetero dort und ihre streng katholische Erziehung liess diese Gefühle ebenfalls nicht zu. Weswegen sie dann auch 1989 aus der Kirche ausgetreten war.

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Sie hatte einen erbitterten Streit mit ihrem Vater darüber, der dies als unnatürlich verachtete bis heute. Er würde sich darin auch nicht mehr ändern. Vielleicht war sie deswegen an ihren Heimatort zurückgezogen vor mittlerweile 9 Jahren, um eine Klärung herbeizuführen. Sie war sogar Tempomacherin für den 1. CSD in ihrer Heimatstadt 2015 gewesen und nach 20 Jahren hatten sie sich daraufhin entschieden, auch hier endlich den CSd einzuführen. Aber er war ihr zu schwul. Nicht lesbisch genug. Es fehlte einfach etwas...!

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Ihre Mutter hingegen wollte von vorneherein wissen, was das ist und wie sie es macht. Und danach nahm sie sie in den Arm und sagte ihr zärtlich unter Tränen. "Du bist aber dennoch meine Tochter und ich liebe Dich so wie Du bist."

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Jeannette-Anna Hollmann
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 6. Jan 2018, 18:14

Ihre ältere Schwester hatte ihr geholfen beim outing. Ihr hatte sie sich anvertraut. 1986. 31 Jahre her also... Und immer noch kein Ende mit der Intoleranz ihres katholischen Vaters in Sicht.

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Er würde es ins Grab mitnehmen müssen. Sie würde sich nicht mehr ändern darin. Sie würde weiter lesbisch sein.

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Ihre beiden Onkels und Tanten hatten damit keine Probleme gehabt.

Was daran war ihr überhaupt so wichtig? Sie hatte 26 Jahre in Köln ihre Ruhe gehabt und es gelebt. Da war es auch normal, so zu sein. Und es wurde anerkannt und darum gekämpft. Gemeinsam hatte sie es nun schon 31 Jahre alles an Widerstand gegen diese genormte Gesellschaft mitgemacht. Sollte nun durch Trump eine weitere Ära der Intoleranz dazu kommen? Nein! Nicht mit ihr!

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In Köln hatte sie genügend Abstand zu ihrem Vater gehabt und es störte sie nicht. Leben und leben lassen. Sie hatte sich ganz gut abgenabelt von ihrer Familie. Warum jetzt diese erneute Auseinandersetzung mit ihnen?

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Nein. Sie musste hier weg. :!: Sie sah keine Möglichkeit für sich, hier glücklich zu werden.

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Sie hatte sich längst weiterentwickelt... Sie würde eh noch ca. 20 Jahre länger leben als ihre Eltern. Was wollte sie der Nachwelt hinterlassen?

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Es war sehr kalt. Das bekam sie auch zu spüren, als sie mit Uta und ihrer langjährigen Freundin aus Köln am nachts Rheinufer in Köln entlang ging. Vom Heumarkt durch die Altstadt zum Dom.

Wie immer in der Altstadt waren viele Männergruppen unterwegs.

Dennoch war sie froh, dass sie ihre altvertraute Umgebung wieder sah. Spasseshalber ging sie ins Maritim und machte Fotos... Die Dekadenz des Kölner Karneval war wieder unterwegs...

20 Euro Parkgebühren für 5h parken im Maritim. Kölner Preise halt. Dann noch Blue Lounge zu Claudias Geburtstag. Sie war jetzt 58 geworden... hatte einen Sohn und sie kannten sich seit 1993. Das war auch ein highlight für sie. Sie war zu lange nicht in Köln gewesen. Das tat ihr immer wieder gut. In diesem Jahr würde sie öfters dorthin fahren.

War wieder mal ausser Spesen nichts gewesen? - So würde sie es nicht betrachten.
Zuvor war sie mit ihrem Wagen nach Düsseldorf gefahren, auf eine Demo die nicht stattgefunden hatte. Düsseldorf war nichts für sie. Zu steril. Schreckliche Architektur. Ähnlich wie die neuere Architektur in Berlin.

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Würde sie die Tiefgarage unter dem Maritim samt Autos verkaufen, könnte sie Trump imponieren mit diesem Geld... Das war aber alles andere als ihr Ansinnen... :lol: :lol: :lol: :-P

Hatte sie es nötig, sich um die Politk der Amis zu sorgen?

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Die Blut-Ergebnisse bei ihrer Ärztin standen fest und sie würde nicht daran sterben müssen. Noch nicht. Sie hatte jeglich B12-Mangelerscheinungen. Stress war also erst mal tabu für sie. Wobei es Dy und Eu Stress gab... Sie würde es vermeiden und sich mit B12 spritzen lassen. 1xMal pro Woche hatten sie sich mit ihr geeinigt. OK, ganz nett, um ihre russiche neue Ärztin einmal kennenzulernen. Sie hatte einen Dr. Titel und war wohl eher gründlich. Zwar zerstreut, aber das war auch ok für den Anfang. Sie konnte sich ihr anvertrauen, sie war sicher. Sie hatte einen deutschen Namen, aber keinen Deutschen geheiratet, d.h. sie war 4000 km weg von ihrer Heimat, um unabhängig zu sein. Super gute Vorraussetzung, da sie sich nur einer selbstständig denkenden Ärztin anvertrauen wollte.... Sicherlich hatte die Ärztin viel Repressalien in Russland für ihre Selbstständigkeit über sich ergehen lassen müssen. Aber sie liess sich auch kein x für ein o vormachen. Sie redete offen mit ihr. Allmählich verstanden sie sich. Und das war gut so.

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Immer noch übte sie sich im Ankommen in dieser ursprünglichen Heimatstadt. Bei den Menschen, Verwandten, Bekannten und Freunden. Leider hatte sie wohl kaum ein Händchen gehabt dafür bisher. Es erinnerte sie geradezu an den Mhytos von Sysiphos. Immer wieder war es Arbeit gewesen, neue Leute kennenzulernen oder zu verabschieden nach einer gewissen Zeit.

Wer war gelieben all die Jahre der Unendlichkeit. Es gab imgrunde nur Eine. Das aber war noch nicht spruchreif und sie war sich auch nicht sicher, ob sie jemals darüber schreiben würde. Es war ihr Geheimnis... ihr ganz Perönliches. Und würde es auch bleiben...!

Tagsüber war das Übliche passiert: Handy wegbringen zur Reperatur, Wagen waschen lassen, Ziggis kaufen, Mittagessen gehen und zu ihrer Familie, die sie noch hier hatte. Es war ein ruhiger Tag gewesen. Wäsche hatte sie auch noch gewaschen. Ein nettes Telefonat mit ihrer schon müden Freundin und die Nacht gehörte wieder ihr ganz allein.

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Hier wollte sie Teil 6 der Literatin beenden. Sie spürte, dass etwas Neues auf sie zukam.

- FIN -

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(Teil 7)



Die Literatin der Moderne, Teil 7

Beitragvon MissDreamy » 26. Jan 2017, 04:15
Es war einfach ein andere Lebensabschnit in ihrem Leben. 8-)

Ein neuer Anfang sozusagen. :mrgreen:

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 7

Beitragvon MissDreamy » 26. Jan 2017, 04:18
Eine fremde, recht unangenehme Frauenstimme meldete sich an Utas Apparat. Ok, dachte die Literatin der Moderne. Es ist ihr also zu bunt geworden und nun hat sich Uta auf Deubel komm raus, eine Neue gesucht...
Es war ihr schon klar, dass Uta alleine war und dies auf Dauer nicht aushalten würde. Es war ihr auch klar, dass Uta manisch-depressiv und daher weder einsichtig noch sexuell taktvoll sein konnte...

Ok. Sollte sie ihr Vergnügen haben. Sie würde eh wieder angekrochen kommen bei der Literatin der Moderne. Dieser war es auch lieber so. Hatte sie doch eh schon selbst überlegt, wie sie sich aus Utas Anhänglichkeit und permanenter Forderung nach Aufmerksamkeit befreien konnte.

So hatte die Literatin der Moderne wenigstens genug Musse, sich nicht mehr kümmern zu müssen und ihren eigenen eingeschrittenen Weg weiterzugehen. Uta war da eh nur störend.

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Die LdM war von einem kräftigen Asthma-Anfall wach geworden. Sie hatte sich wohl tags zuvor zu sehr unterkühlt und ihr Schlafzimmer war auch kalt. Sie brauchte eine gewisse Raumtemperatur, dass dies nicht passierte und machte daher umgehend die Heizungen wieder an, die sie am Vortag wegen Abwesenheit ausgemacht hatte. Das war einfach noch zu kalt.

Auf ihren Rooibosstee mit Vanillegeschmack wartend überlegte sie nun emsig, wie es bei ihr weitergehen würde.
Uta war erst mal ein paar Tage versorgt, wie es schien. So hatte die LdM genug Luft für sich selbst.

Sie hatten sich nunmehr seit 35 Jahren nicht mehr gesehen. Sie war sehr gespannt, wie sie sich verändert hatte, wenn sie sich am Wochenende trafen. Sie hatte sich sehr gefreut darüber, dass sie sich gemeldet hatte nach all den Jahren und keine Angst vor dem Ungewissen zu haben schien. Was daran war eigentlich ungewiss? Sie würde sie besuchen, sie würden sich unterhalten, was alles inzwischen geschehen war und vielleicht würden sie sich wieder treffen. Das jedenfalls erhoffte sich die LdM. Sie brauchte ein kompetentes, geistiges Gegenüber. Unbedingt. Sie war in dieser Hinsicht geradezu verdurstet... Seit 2007 und dem Tod ihres Ex-Verlobten hatte sie dies nicht mehr gehabt. Sie war ehrlich zu sich selbst: All die Jahre hatte sie immer wieder an sie denken müssen, wenn es ihr nicht gut gegangen war. Was sie wohl machte..., ob sie glücklich war und ob es besser war, wenn sie sich nie wieder bei ihr melden würde... Da sie zwischenzeitlich sehr krank gewesen war, hatte die andere verunsichert ihre Schwester nach ihrem Wohlbefinden gefragt. Das jedoch war auch bereits 25 Jahre her gewesen. Diese hatte ihr bestätigt, dass es der LdM gut ging und dass sie keine Angst vor ihr zu haben brauchte.

Derweil hatte die LdM sie im internet aufgesucht und gefunden. Sie war verhältnismässig berühmt geworden und hatte eine gesellschaftlich gehobener Position bekommen. Aber sie war genug Mensch gelbieben, um sich bei irh zu melden. Immerhin. Würde sie überhaupt noch mit ihr Kontakt haben wollen? Sie waren wohl beide unsicher, wie das ausging... Abwarten und Tee trinken. In der Ruhe liegt die Kraft. :!: :mrgreen:

Jedenfalls war schon mal ihr Wintermantel wieder sauber, da sie ihn waschen lassen hatte. Das Auto war sauber und sie würde vor dem Treffen noch zu ihrer Friseurin gehen. Haare ab und wieder kurz. Das stand ihr noch am besten. Die Friseurin hatte auf einen viel zu weiblichen Haarschnitt hingearbeitet. Es gefiel ihr nicht. Sie konnte sich damit nicht identifizieren. Ok. Äusserlich war also schon mal alles geregelt. Aber wie sah es bei ihr innerlich aus?

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Imgrunde war alles beruhigend normal verlaufen. Die LdM hatte das Gefühl, dass die andere ihr vertraute. Das war auch gut so. Schliesslich war sie kein Monster. Jeglich die Gesellschaft hatte sie zu einem solchen machen wollen... so dass sie sehr zurückgezogen lebte mittlerweile. Von allem hatte sie sich erholen müssen und in ihrer eigenen Familie fühlte die LdM sich noch am wohlsten und ehesten aktzeptiert, so wie sie war.

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Sie hatten ihnen von dem Treffen erzählt. Ihre Mutter hatte sie nervös verabschiedet und wollte sie nicht gehen lassen. Sie wurde ein wenig ungehalten ob dessen, aber sie wusste, dass ihre Mutter ihr das nicht übel nehmen würde. Morgen (Heute) würden sie wieder telefonieren...!

Sie hatte nur noch zu ihrer Mutter Vertrauen und ihrer langjährigen Freundin aus Bonn, die wie sie seit den 80ern in Köln lebte.

Mit den anderen ging sie höflich, aber reserviert um. Mag sein, dass dies arrogant wirkte. Sie hatte sich diesen Stolz verdient und wusste am besten, warum. Sie wollte sich dafür nicht mehr rechtfertigen und lebte nach der Devise: Die einen kennen mich, die anderen können mich.

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Eine Ex aus Köln hatte sie erreicht. Da sie vor Weihnachten ihr neues handy installiert hatte, hatte sie ihre Nummer nicht mehr um zurückzurufen. Ihre Ex rief immer mit unbekannt an, so dass sie auch nicht wusste, wers es gewesen war, die sie dauernd versucht hatte, anzurufen. Nun wusste sie es, da sie ihr altes handy reparieren lassen hatte, wo unbekannt nicht gesperrt war. Es gab noch andere unbekannte Nummern, die sie anriefen, daher konnte sie nicht wissen, dass ihre Ex es war...

Es ging ihr sehr schlecht nach ihrer Trennung nach 15 Jahren. Sie hatte einen verantwortungsvollen, bestens dotierten Job, bei dem es galt, präsent zu bleiben. Sie lebte in Köln. Nun war sie selbst psychsich erkrankt, wies schaute. Kaonnte passieren... Jedenfalls wollte sie Anlaufadressen von der LdM für Köln haben, wo sie sich eventuell einer psychiatrischen Untersuchung bzw. Behandlung unterziehen musste, um ihre starken Stimmungsschwankungen in den Griff zu bekommen. Die LdM beruhigte sie und lud sie zu sich ein, möglicherwiese am we vorbeizukommen. Das hatte diese bereits vor Weihnachten gemacht und es hatte ihr gefallen, auch wenn sie etwas durch den Wind zu sein schien. Sonst hatte sie keine Probleme, ganz im Gegenteil, sie war gut situiert und verdiente ziemlich viel Geld. Das alles war jedoch unrelevant für die LdM, da es ihr in erster Linie darum ging, ihrer Ex aus dem Loch zu helfen. Sie machte sich Sorgen.... Und andereseits wusste sie, dasss sie sie gut aufpeppeln konnte. Vielleicht würde sie es mit Heilsteinen und Tarotkarten und Räucherungen oder bioenergetischen Massagen versuchen.

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Auch sie hatte nur begrenzt Hilfsmittel und war keine Ärztin.

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Nachdem sie ihr Kölner Adressen gegeben hatte, mussten sie das Telefonat beenden, da ihre Ex noch ihre Hündin ausführen und arbeiten gehen musste. Aber sie wollten nochmal ausgiebiger am we telefonieren.

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Wie dem auch sei, zunächst hatte sie erst einmal ein bedeutenderes Treffen vor sich... Die Spannung stieg. Sie freute sich sehr darauf.

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Endlich nach 12 Jahren mal ein normaler Mensch.

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Manchmal war sie eine online-Glaspuppe geworden, aber diesmal würde sie ihr Geheimnis für sich behalten. Niemand, aber auch niemand würde es erfahren, wen sie getroffen hatte. :!: Es ging ihr nämlich um nichts anderes, als um wahre Liebe.

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 6. Jan 2018, 19:27

Sie hatte B12-Mangel. Sonst war alles ok. Dazu würde sie sich heute spritzen lassen. Auch würde sie sich bei der SPD anmelden. Als ob frau nichts tun könnte. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es hatte ihr gut getan, mit Uta nochmals über die Wichtigkeit dieser Entscheidung zu reden. Auch wenn diese beizeiten reichlich abgedreht werden konnte, so waren sie doch schon gemeinsam durch einige Hochs und Tiefs gegangen. Wie gut es tat, Freundinnen zu haben, hatte sie immer gewusst.

Uta war das geworden. Es war gewachsen, egal, wie sehr sie sich auch über sie aufregte, aber eins war gewiss: Sie würde für sie da sein in dunklen Stunden. Das wollte sie auch sein für andere. Sie hatte nicht umsonst die esoterische Heilausblidung gemacht. Sie wusste, dass ihr Fernreiki schon vielen geholfen hatte. Das würde sie auch dieses Mal praktizieren mit der Frau, die ihr am meisten im Leben imponiert hatte.

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Es war alles anders gekommen und eine anstrengende Woche für sie geworden:

Sie hatte Uta mitgenommen zu ihrer Ärztin, weil sie gemerkt hatte, dass etwas ganz gewaltig bei ihr nicht stimmte. Das war auch gut so. Nachmittags war das Blutergebnis gekommen. Sie brachte Uta ins Krankenhaus. Notfällmässig. Uta hatte Zucker und statt 100 den Wert 500. Die Ärztin bat sie, dies zu erledigen. Als ehemalige Arzthelferin zögerte sie nicht damit...!

Erst mal war Uta in Sicherheit und es war alles auf den letzten Drücker geschehen. Sie brachten sie wieder runter. Uta musste sich nun schonen. 2 Tage später besuchte die LDM sie. Sie wechselte sich ab mit Utas schwulen Bekannten. Uta hatte ihr die Schlüssel vom Haus in Rheydt-Pongs und ihre Autoschlüssel anvertraut. Sie fühlte sich nicht in der Lage, alles zu managen und gab sie Stefan, ihrem schwulen Bekannten. Es war noch jemand im Krankenhaus gelandet, die ihr weitaus mehr bedeutete... Wie würde es ihr gehen?...

Erst am 5. Tag besuchte sie sie. Brachte ihr die richtigen Sachen mit und Wäsche von sich selbst, da Stefan ihr nicht die richtigen Sachen gebracht hatte. Sie wusste, dass es Uta gut tun würde. Sie war schon in der Lage aufzustehen und rauszugehen. Erst tranken sie einen Latte Maciato in dem Krankenhaus-Bistro, dann bemerkte die LDM, dass es besser für Uta war, in einer vertrauten Umgebung zu sein und nahm sie kurzentschlossen mit in ihre Wohnung. Es ging Uta schlagartig besser. Vielleicht würde sie dann schon montags entlassen werden. Sie hatte ein ganzes Jahr nicht ihr Medikamente genommen gegen ihre Manie. Das hatte wahrscheinlich die Zuckererkrankung nun ausgelöst. Uta hatte dies erst gesagt, als sie im Krankenhaus gelandet war. Sie würde psychiatrische Hilfe nötig haben und neu eingestellt werden müssen. Und dann müsste sie ihre finanziellen Probleme, die sich angesammelt hatten aufarbeiten: Versuchen, die im Liebeswahn verschenkten 500000 Euro zurückzubekommen, Daueraufträge, die längst überfällig waren, stornieren und ihre Scheidung würde sie auch schon noch verkraften. Sie war nämlich an dem Tag, wo sie sie ins Krankenhaus gebracht hatte, geschieden worden. Da gabs auch noch Einiges Finanzielle zu regeln: Scheidungskosten, UhG, etc... Da Uta pensioniert war seit ca. 4 Monaten hatte sie auch nicht mehr so viel Geld zur Verfügung. Einen grösseren Kredit musste sie auch noch abbezahlen... Und dann üwrde die LDM mit Uta diesen Prozess gegen den Gauner führen, der sie übers Ohr gehauen hatte. Dazu musste Uta zunächst krankheitseinsichtig sein. Das war das Schwierigste überhaupt für alle Beteiligten...!

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Kaum war Uta aus dem Krankenhaus entlassen, hatte die LDM einen Termin in einem anderen Khs. Der erste dort war nur zum Einchecken. In 5 Tagen war es dann soweit und sie würde Gewissheit haben, ob der 20-fach erhöhte Entzündungswert bei ihr vom Darm herrührte oder ob es eine andere Ursache gab. Koffer waren gepackt und alles andere war griffbereit. Sie wollte die Khs-Tage u.a. nutzen, um zur Ruhe zu kommen und zu allen Problemen Abstand zu bekommen, wobei eine Darmspiegelung schon eine unangenehme Sache war.. Anschliessend noch Lungenarzt und Frauenärztin, dann würde sie hoffentlich Ruhe haben bis Jahresende. Zahnarzt hatte sie für dieses Jahr schon hinter sich. Tja, so war das also mit dem Älterwerden: Immer mehr Gespräche über Krankheiten bzw. Erkrankungen tauchten plötzlich auf. Auch über das Altern und die Vorstellung für einen geeigneten Ruhesitz kamen zunehmend infrage. Ob dessen machte sie sich dennoch keine wirklichen Sorgen. Schliesslich hatte sie immer für alles ein Lösung gefunden.

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Eine Woche Totenstille um sie herum. Sie hatte zwar allen zugehört und war aufmerksam gewesen, aber sie hatte sie nicht wirklich wahrgenommen. Erst jetzt nach dem Krankenhausaufenthalt taute sie langsam gemütlich zu Hause und alleine wieder auf....

Was war geschehen. Hatte es ihr wieder mal den Boden unter den Füssen weggezogen? Sie war sicher: Auch diese Zeit würde wieder vergehen. In jedem Fall hatte sie wichtige neue Erkenntnisse über das Sein an sich gewonnen. Sie war nach langer Zeit unter normalen, zwar kränkelnden Menschen, aber eben Normalos, gewesen. Alle voll im Leben stehend. Emsig und dennoch aufmerksam. Es war geradezu eine nette Atmossphäre dort und am 4. Tag redeten sie sie bereits mit ihrem Nachnamen an. Sie hatte zwie Zimmernachbarinnen hinterienader gehabt, mit denen sie sich sehr gut verstanden hatte. Der letzten hatte sie sogar ihre handy-Nummer gegeben.

Nachdem sie eine Nacht wieder zu Hause war, wäre sie beinahe erstickt an einem alten Pizzabrötchen... Zeit, ihren Kehlkopf, ihre Speiseröhre und ihre Lunge untersuchen zu lassen... Nächste Woche hatte sie einen Termin bei einer Spezialistin.

Die üblichen restlichen Kontakte um sie rumm hatten sie deswegen nicht sonderlich bedauert.... Vielleicht sollte sie nach einer Krankenschwester oder Bäckerin Ausschau halten, wenn überhaupt noch.

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Erst heute war es soweit, dass sie ihren Lungenchecktermin hatte. Würde sie an Erstickung sterben eines Tages? Imgrunde war ihr auch das egal, woran sie sterben würde oder wie alt sie werden würde. Seit sie über 50 war, merkte sie, dass nur der Tod sicher ist und sie jeden Tag sterben könnte... Warum sich also noch Sorgen machen darum? Es galt einfach zu leben und das Leben in all seinen Facetten zu geniessen. Das würde sie dann auch irgendwann können... Sie hatte soeben einen dicken Streit mit ihrer Schwester hinter sich, die wie schon sooft daraufhin einfach gegangen war.

Erst mal wieder aufatmen....! Sie hatte ihr Reich wieder für sich und niemanden, die sie bevormunden oder dominieren wollte.

Der Frühling würde kommen und sie hatte trotz politischer Unruhen ein gutes, beruhigendes Gefühl, dass sie nicht mehr so leicht krank werden würde. Finanziell war sie alles andere als abgesichert, aber dafür würde es vielleicht auch irgendwann eine Lösung geben. Sie wollte einfach leichter als bisher alles bewältigen und hatte keine Lust mehr auf Psychos.

Nun war sie an der Reihe. Sie würde mit niemandem mehr Mitleid haben. Sie würde auch nicht mehr so gastfreundlich wie bisher sein. Sie wollte einfach nur noch ihre Ruhe und für sich sein

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Sie war nicht tod, bevor sie starb. Das war nicht alles. Sie würde noch weiterkommen in ihrem Leben, als sie ahnte. Die Welt lag ihr zu Füssen. Wie jeden Morgen, wenn sie voller Tatendrang war.

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In einer Stunde würde sie den Sonnenaufgang beobachten können. Es war wärmer geworden und der strenge Winter inklusive schwerer Grippe war besiegt. Sie machte sich auch keine Gedanken mehr, wo sie noch überall hinziehen würde. Sie blieb einfach erst mal zu Hause.

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Es war ihr zum ersten Mal so richtig wohl bei dem Gefühl, dass die Welt sie vergessen hatte. Sie wollte gar nicht entdeckt werden. Sie hatte ein gutes Versteck mitten in ihrem Herzen: Ihr zu Hause!

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Ein gutes Selbstgespräch setzte jedoch immer ein intelligentes Gegenüber voraus... Zur Zeit war sie alles andere als das. Warum nur irritierten sie die Menschen immer wieder.

Auf der alten Liebe sass ein gut betuchtes Paar a la Familie Geissens (RTL2), sowie eine Gruppe esoterisch begabter Ökoveganer. Es gesellten sich zu ihr eine frisch verheiratete Frau, nachdem sie höflich darum gebeten hatte, da alles voll war. Ihr frischbackener Mann setzte sich neben sie und sie kamen ins Gespräch über dies und das... Nettes Paar..., bestens versorgt und mit sich zufrieden. Es erheiterte sie ein wenig. Und auch, dass ein frühlingshafter, milder Wind über den Rhein wehte. Es gab immer wieder was zu beobachten, wenn sie in Köln war. Sie hatte sich dazu aufgerafft und verlor alsbald ihren Trübsinn. Dennoch musste sie wieder zurück. Das tat sie dann auch, nachdem sie noch in ihrer Lieblingsbar eingekehrt war. Ein wenig übermüdet überwand sie ihren toten Punkt und sinnierte über den Tag. Die Frage wo sie hinwollte, stand wieder im Raum, obhwohl sie schon längst da war. Imgrunde.

Jetzt erst spürte sie die Nachwehen des harten Winters, wo sie mit ihrem Auto nicht nach Köln fahren hatte können, da es ihr zu gefährlich erschien und sich ein Treffen auch eher schwer gestaltete. Aber es hatte geklappt. Wenn auch nicht in der Wohnung, sondern draussen. Den ganzen Tag. Das machte müde. Sehr müde. Und das Autofahren war auch konzentriert durch die Nacht gewesen. Hin war einfacher als zurück. Sie hatte wieder mal Heimweh nach ihrer Wahlheimat.

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War sie gereist, um zu reisen oder um zu verreisen?

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Immerhin war sie vorläufig wieder zurückgekommen. Konnte sie in ihren eigenen 4 Wänden ankommen oder würde sie immer auf der Suche sein. Wenn ja, wonach?

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4h Schlaf blieben ihr noch. Diese würde sie auch genau dazu nutzen. Gute nachti!

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Da war sie wieder: Die berühmt berüchtigte Schreibblockade. Sie hatte nicht nur seit 10 Jahren einen Zeichnen und Malblockade, jetzt hatte sie immer häufiger Schreibblockaden. Ob da üben durch Schreiben nutzte? - Dazu fiel ihr nur der Titel von Heinrich von Kleist ein: "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" - Aber sie redete doch bereits seit einigen Stunden nicht mehr, sie schrieb nur.

Aber worüber? War ihr in dieser neuen Gruppe von Menschen Einiges unklarer geworden, was es aufzuräumen galt?

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Sie hatte in der Schule im Geschichtsunterricht stets abgeschaltet bei einem Geschichtslehrer, der nur nach Jahreszahlen fragte und Kriegen. Es war ihr einfach zu unsinnig männlich erschienen, das so etwas wichtig erschien.

Immer hatte sie versucht einen Zugang zur Welt der Frauen zu finden, zu sich selbst. Warum war es in der Literatur immer so schwer, sich darauf zu konzentrieren, was diese alles erreicht hatten und warum sie wichtig waren. Hatte sich denn wirklich dadurch was geändert für die Natur? - Warum um alles in der Welt war sie so klassisch unfortschrittlich erzogen worden und gehörte der 2. Nachkriegsgeneration des 2. Weltkrieges an? Warum nicht der 4.? Bekanntlich hatte erst die den Krieg verdaut und war am wenigsten traumatisiert dadurch. Also theoretisch die jetztigen 20-30-Jährigen. Was also würde sie ihrem Enkelchen zu Ostern schenken wollen, hätte sie eins? Bildung? Geld? Sicherheit? Lebensweisheiten? Wollte diese Generation nicht einfach nur nicht gestört werden, wie sie selbst zu der Zeit nicht von den Älteren gestört werden wollte? Wollte sie nicht hoch hinaus? Sie war zu der Zeit arme Studentin, die nicht mal das Geld hatte, Bücher zu kaufen oder ein Zeichenbrett und Zeichenutensilien fürs Architekturstudium. Alles schien aussichtslos zu ihrer Zeit beruflich und so wechselte sie ins normale Arbeitsleben mit abgebrochenem Studium, was sie auch noch nachträglich zurückbezahlen (abbezahlen) musste. Wieviele hatte tatsächlich dasgleiche Schicksal derzeit? Gab es nicht nur beginnende Altersarmut, sondern auch beginnende Kinderarmut? Es war doch ganz offensichtlich, dass dies nicht so stagnieren durfte.

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War es schon immer so gewesen?

Nein: Ihre Eltern waren die Schlaraffenlandgeneration, die über 40 Jahre ein und diesselbe Arbeitsstelle hatte haben können und auch im Alter bestens versorgt war.

Ihre Grosseltern hatten 2 Weltkriege verdauen müssen...

Ihr ältesten Kind würde jetzt schon auf die 40 zugehen, hätte wahrscheinlich auch ein Kind... oder mehrere... Wäre ihr das zuviel geworden? Sie hätte wohl das Beste draus gemacht. Wie immer. Und es wäre natürlich auch ein ganz anderes Leben geworden.

Alleinerziehende Lesbe hatte sie jedoch nicht sein wollen und so hatte sie sich bis 2001 eh erstmal selbst versorgen müssen und ihre Freundinnen bis dahin grösstenteils durchgefüttert. 3 Frauen hatte sie die Ausbildung mitfinanzieren müssen... Mit Kind hätte sie das nicht gekonnt. Als sie dann endlich heiraten durfte als Lesbe, war sie 2 Jahre mit einer Frau verheiratet, die als Mit-Erzieherin ungeeignet, da cholerisch, krankhaft eifersüchtig und voller Besitzanspruch... Danach war sie zu alt und wollte auch keine Kinder mehr. Auch hatte sie eine Frau mit 3 Kindern und wurde vorrübegehend für 6 Jahre Co-Mutter. Im stillen Hintergrund...

Ihre Familie würde also aussterben mit ihrer Generation. Was wollte sie der Nachwelt hinterlassen? War das überhaupt noch wichtig?

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Immerhin wusste sie, wo es zunächst drauf ankam: Den Rechtspopulisten die Zähne zeigen und der Merkel-Ära ein Ende zu setzen. Und sicherlich war es kein Fehler, dazu wieder in die Politik einzusteigen, so richtig offiziell dieses Mal.

Es war schon beeindruckend, welches Wir-Bewusstsein sich dort auftat.

Wo wollte sie sich engagieren? Im Ortsverein? Imgrunde war sie schon sehr heimatverbunden und an der Weiterentwicklung ihrer Heimatstadt interessiert...!

Sie wollte Frauenpolitik machen und fördern. Sie blieb also bei ihrem geliebten Feminismus, auch wenn die Rahmenbedingungen etwas erschwerter waren als in der Feministischen Partei, da sie sich mit Männern auseinandersetzen musste.

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Manchmal war einfach alles grosser Bullshit, was geschrieben wurde...

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Sie hatte einen ausgiebigen Frühjahrsspaziergang in einer ihr fremdgewordenen Gegend ihrer Heimatstadt Mönchengladbach gemacht... Die Vögel zwitscherten und noch war wenig los im sogenannten Bunten Garten. Zeit, Fotos von der Natur zu machen... Es war ein gut angelegter Mischwaldgartenpark... Auch in der Umgebung (Windberg) die Häuser erinnerten sie leicht an ihre Wahlheimat Köln... Gut betuchte Bürger gingen dort spazieren, die sicherlich kaum finanzielle Probleme in ihrem Leben gehabt und reich geerbt hatten oder irgendwie anders an Vermögen gelangt waren. Machte das was für die Natur. Nein! Und das war sehr beruhigend für sie. Immer wieder gewesen. Es gab noch eine vereinzelte Grossbaustelle neben Eigentumswohnungshäuser ab 500000 Eiro aufwärts. Sicherlich liess es sich so gut leben. Aber war es jemals ihr Ding gewesen, gut leben zu wollen? Wahrscheinlich zu wenig... sie hatte sich jedenfalls nicht ausreichend um ihre Altersversorgung gekümmert wie der mainstreaming aus ihrem Milieu... Alle liefen dem hinterher, als kämpften sie um ihr Leben jenseits von 50... War DAS jemals wichtig für sie gewesen? :roll:

Hätte sie es jemals in ihrem Leben glücklich machen können, als Reiche einem Bettler oder einer Bettlerin guten Gewissens gegenüberzustehen?

Nein, es war entschieden nie ihre Welt gewesen! :idea: Sie brauchte andere Dinge zum Glücklichsein.

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Was nutzte ein Ferrari im Grab schliesslich??? - Sie würde ein viel reicheres, unbezahlbares Erbe antreten: Sie würde eines Tages alles Schöne entdecken mit der kognitiven und emotionalen Intelligenz ihrer lieben Eltern ausgestattet. Dadurch wäre sie gegenüber den Grausamkeiten des Lebens genug gewappnet. Alles Materialistische hatte sie immer wieder abgelehnt und ablehnen müssen, da sie Minimalistin sein und bleiben wollte...!

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Sie hatte ein Leben in Essen mit ihrem ersten Freund, dem Bildhauer, sowie in Hamburg abgelehnt unter den oberen 10000 seinerzeit in den 80ern mit ihrem bereits 2007 verstorbenen Fahrzeugingenieur der A380, hatte eine gescheiterte Ehe in Köln mit einer ihrer bereits 2013 verstorbenen Exfrau hinter sich,... Was auch gut so war... Ein Leben mit einer Psychoanalytikerin, zahlreiche Langzeitaffären mit anderen interessanten Frauen, darunter auch ihre grosse Liebe...
Sie hatte mit einer armen Mutter mit 3 Kindern zusammengelebt, jedoch würde sie nun auch das Single-Sein nach 3 Jahren solange weiterleben, bis sie die Richtige gefunden hatte.

Eins hatte sie nie vernachlässigt oder verloren: Ihre Neugier und Intelligenz.

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Wer schliesslich hatte sie ihr Leben lang begleitet? Es waren nicht ihre LebensbegleiterInnen gewesen oder ihre Sozialintensivpartnerinnen, es waren ihre Eltern und ihre ältere Schwester gewesen...! Wollte sie dies analysieren, bräuchte sie ihr gesamtes Leben noch einmal. Und so viel Zeit blieb ihr nicht mehr. Sie hatte bereits eine deadline...

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Neuer Tag. Neues Glück. Ihr Grübeln hielt sie nicht davon ab, zu leben. Jedenfalls beizeiten.

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Momentan musste sie erst mal höllisch aufpassen, dass sie ihre fehlende Frustrationstoleranz nicht übertrieb, bzw. ihre Wut der letzten 20 Jahre nicht damit kompensierte, die Apothekerin zu nerven,...!

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Manchmal wurde ja auch einfach nur zu heiss gekocht. Dann musste sie einfach abwarten und später essen...

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Immer noch war die Zeit bei 1993 stehen geblieben... Egal, wieviel sie schrieb. Es hatte 1987 angefangen. Imgrunde schon ihr ganzes Leben hatte sie sich nach diesen tiefgründigen Liebesmomenten gesehnt...

1986 war sie in Köln das erste Mal motorisiert gewesen. Eine Kreidler Florett in orange mit Stossbügeln und Doppelsitz. 2 Takter-Öl. 1:50 Gemisch. Zündkerzen konnte sie selber wechseln.

Sie hatte sie aus dem Keller in Mönchengladbach geholt und 4 Jahre dort verstauben lassen... Für eine passende Gelegenheit. Die war jetzt da. Ihre erste grosse Liebesbeziehung in Köln zu einer Frau... Isabella.

Sie waren im Kölner Bermudadreieck zusammengezogen auf die Schaafenstrasse/Ecke Mauritiussteinweg. Ein kleines Appartement mit Wohnküche. Ein französisches Bett. Eine Badewanne.
Viele Freundinnen um sie rumm. Sie war ehrenamtlich im SCHULZ (Schwulen und Lesben Zentrum) als Türsteherin für die Frauendisco "Entre Nous" und den Technikaufbau zuständig. Eine Zeit, wo die Kabel noch zueinander passten und die Homoszene der 80er im Aufbau war.

Es sollte nur für 1,5 Jahre gut gehen. Isabella und sie trennten sich.

Die Literatin der Moderne zog in eine 3-er Frauen-WG, um den Schmerz zu verdauen, brach ihr Architektur-und Sozialpädagogik-Studium ab und arbeitete vorübergehend beim Messe-Service Balland in der Akquise. Flächen für Messen der einzelnen Grossunternehmer bestellen (IAA, etc...). Alle 5 min denselben Spruch für 8h täglich. Das hielt sie 1 weiteres Jahr durch.

Dann bekam sie die Stelle bei Buderus Küchentechnik im Vertrieb, der Deutschen Welle in der Telefonzentrale und der Aachener und Münchener Lebensversicherung. Sie war mit Monika 5,5 Jahre zusammen gewesen, der sie die Ausbildung beim Reformhaus finanziert hatte. Davon hatten sie 1 Jahr zusammengelebt. In Nippes. Von dort zog sie nach Sülz. Berrenrather Strasse. 1 Zimmer Appartement, wo sie ihre Ausbildung zur Bauzeichnerin machte und umzog in die Piusstrasse an der Aachener Strasse in Lindenthal.
Die amurösen Abenteuer dieser Zeit würde sie auch nie vergessen. Sie war ihrer grossen Liebe Marion dort begegnet.... Derweil sie bei Strabag und beim Planerbüro Südstadt als Zeichnerin und Planerin gearbeitet hatte... Auch Monika würde sie nie vergessen. Und Sascha, den schwulen Sänger... Ilona... Die 90er waren die normalste und lebendigste Zeit ihres Lebens gewesen.

2003 entscheid sie sich dann, zu heiraten. Eine Frau natürlich. Marion2, Leiterin der Debitoren des Kölner Zuckers, Pfeiffer&Langen. Sie wollte den Namen der Literatin. Sonst hätten sie "von Adam" geheissen und sie wäre jetzt die adelige Feministin von Adam gewesen. :lol:

Sie heirateten am 06.05.2003 im Rathaus zu Köln standesamtlich und wurden vom WDR gefilmt. Es war zu der Zeit immer noch was Besonderes, wenn 2 Frauen heirateten.

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Immerhin hatte sie mit der Hochzeit ein gesellschaftliches Zeichen gesetzt, die Ford-Werke führten Hinterbliebenen Rente für Homos ein und das traditionelle weltweit tätige Zuckerunternehmen Pfeiffer und Langen zog nach... 3% Rohrzucker wurden ebenfalls durch die Literatin der Moderne anonymerweise als coacherin eingeführt...

2005 liessen sie sich scheiden und das war auch gut so. Mehr gab es im Nachhinein nicht mehr dazu zu sagen. Aber es hatte ihr Leben verändert...

2007 starb ihr Ex-Verlobter nach 23 Jahren Freundschaft. Sie zog nach Mönchengladbach zurück nach einer weiteren Liebesenttäuschung und lernte ihre nächste Freundin kennen. Manuela, Frau mit 3 Kindern. 6 Jahre Co-Mutter.
Sie besorgte für sie eine Wohnung im selben Haus, die gross genug war für sie und ihre Kinder und zog selbst 1 Etage tiefer, was bis heute noch so geblieben war. Ausser, dass sie nun seit 3 Jahren solo war und ihre Nachfolgerin bei Manuela eingezogen war.

Es ging dennoch gut, aber sie hatten sich nichts mehr zu sagen.

Wie also würde es nun weitergehen? Was wollte sie noch erreichen für den Rest ihres Lebens? oder wollte sie nur so vor sich hinleben? :roll:

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Bis hierhin war sie gekommen. Hatte sich von der Transe Uta nach 5 Jahren des reinsten Wahnsinns durch ihre Manie verabschiedet und würde sich wieder mit Ilona treffen am 06.05. Sternzeichen Zwilling. Damit hatte sie jetzt insgesamt 19 Jahre Erfahrungen gesammelt.

Neben ihr war vorrübergehend eine 8-köpfige Patchwork-Familie eingezogen, deren Kinder sie sehr gern mochten und sie ab und zu besuchten neuerdings. Sie beschäftigte sie dann mit malen oder PC-Spielen. Auch waren sie neugierig und die Älteste (10-Jährige) fragte sie: "Schläfst Du ganz alleine?"

Ja. In der Tat. Das tat sie nun, bis auf einige kurzlebige Affären.

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Beruhigend, dass sie nun so liebe, normale, nette Nachbarn hatte. Und die Kleinen waren wirklich süss! 8-)

Beruhigend auch, dass ihre Eltern noch lebten und sie mit ihnen in einer Stadt wohnte und fast täglich besuchte.

Beruhigend, dass sie nun wieder ein Ziel hatte: Gegen Rechts oin Deutschland vorzugehen.

Bald würde sie dann mit mehreren in Holland ein paar Tage Urlaub machen im Center Parc hinter Venlo.

Imgrunde war alles in Ordnung und auch die Finanzen stimmten bei ihr.

Sie war gerade noch einmal in der Waschküche verschwunden und musste feststellen, dass sie den Trockner falsch bedient hatte. Also hatte sie die Wäsche einfach aufgehangen.

55 Jahre war sie nun durchs Leben getigert. Zeit, durchzuatmen.

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Ihre ehrenamtliche Betreuuung als Babysitterin der 4-6 Kinder der neuen Nachbarn kam ihr daher sehr gelegen. Von ihnen konnte sie noch viel lernen und sie von ihr. Es war eine gegenseitige Bereicherung, die eine willkommene Ablenkung waren...!

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Der Wahlkampf war verloren und ging dennoch weiter... Abwarten und Teetrinken. Schliesslich war die mächtigste Politikerin derzeit nicht unbedingt von überzeitlichem Wert.

In ihrem Bundesland NRW brannte es gefährlich. Würde sich alles wiederholen und nichts kehrte zu seinem Ursprung zurück?
Hatte Nietzsche doch Recht damit gehabt, selbst, obwohl er Nihilist gewesen war? Mit dieser einen Behauptung? Es würde sie philosophischer und irdischerweise noch ein Weilchen beschäftigen müssen.
Kampf gegen den Rechtsruck schien nicht überwunden zu sein europaweit, sondern immer krassere Formen anzunehmen. Was dies für Auswirkungen unterm Strich für ihre sexuelle Orientierung bedeuten würde, würde sie nun wieder stärker zu spüren bekommen. Wie in den 80ern, wo sie den ersten CSDs in Köln als 1 von ca. 50 TeilnehmerInnen mitgemacht und von 100 Polizisten und 200 Rechtsradikalen Neonazis begleitet und verfolgt und diskrminiert wurde...

Hatte das denn nie ein Ende? :roll: Wann würde endlich Frieden in dieses Land einkehren? Liebe war für alle da, nicht ausschliesslich für Hetero(a)s! Sie verdiente Respekt und Toleranz.

Wie also konnte das passiert sein?

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Fakt war: Nun hatte es also auch in Deutschland einen ordentlichen Rechtsruck gegeben.

Ihre Oma würde sich im Grab rumm drehen, wenn sie noch da leben würde.

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Warum sie Trump nicht schon längst in die Gereontopsychiatrie gesteckt hatten, war ihr ebenso ein Rätsel wie die Unwetterwarnungen derzeit.

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Das Wochenende in Köln war schön gewesen und sie hatte ein nettes Techtelmechtel mit einer hübschen Frau gehabt. Aber sie hatten eine Freundschaft beschlossen vorläufig. Ewa stand noch ganz am Anfang und war Künstlerin... Es blieb spannend! :mrgreen:

Auf dem Geburtstag ihrer Tante hatten sie einen mentalen Abstecher in die Vergangenheit der ersten Liebesbeziehung der Literatin der Moderne gemacht. Ihr erster Freund, mit dem sie 5,5 Jahre zusammen gewesen war... der Bildhauer? Was machte er? Ok, sie erzählte von seiner Tochter in Essen und seinem von seiner Mutter geerbten Geburtshaus in Rheydt, seiner Oma und seinem Bruder, der Tanztherapeut gewesen war...

Aber auch aus der Vergangenheit ihrer eigenen Oma und der Freundschaft des Vaters ihres Bildhauer-Lovers zu ihrem Onkel sowie den finanziellen Verstrickungen, die damit einhergegangen waren... Der Vater ihres ersten lovers hatte an ihren Onkel ein Stück Wald verkauft, was dieser an seinen Bruder (ihren anderen Onkel) weiterverkauft hatte.

Ihre Tante erzählte noch von seinen erotischen Kunstobjekten aus dieser Zeit, die die Literatin der Moderne sehr beschämt hatten... Ok, diese hatten im Garten gestanden, für jeden sichtbar, bevor er den Wettbewerb für den 3 m hohen Christopherus-Bronzeguss an der Rheinpromenade in Emmerich gewonnen hatte...
Es waren seine sexuellen Phantasien, teilweise sehr geschmacklos dargestellt. Er hatte es wohl ausleben wollen und die Bildhauerei als Medium dazu benutzt.

Auch er wurde durch sie "entjungfert" und war natürlich eigentlich zu alt für sie gewesen (sie 15, er 24). Aber sie hatte ihn sich ausgesucht seinerzeit.

Er hatte sie auch immer nach Erkelenz zu ihrer Geliebten gefahren, die mit ihr in eine Klasse gegangen war, was sehr praktisch war, da sie sie sonst nicht gesehen hätte.

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Beitragvon MissDreamy » 13. Jun 2017, 05:57
Mehr über ihn hierzu:

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Nikolaus Knupfer

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Am nächsten we sah sie Ewa wieder. Von Weitem. Mit einer anderen. Es war ok.

Die LDM hatte sich mit ihrer Ex verabredet in Köln. Sie waren erst essen, dann tanzen gegangen. Sie würde irgendwann nach Köln zurückziehen, das stand fest.

Erst mal würde sie Urlaub machen von allem. Für 4 Tage. Die 8-jährige Nachbarstochter hatte ihr beim Koffer packen geholfen. Sie wollte am liebsten mitkommen und die LDM hätte sie auch am liebsten mitgenommen. Aber Hailey musste zur Schule gehen. Ihretwegen würde die LDM Grund haben, zurückzukommen und es war ein angenehmes Gefühl, zu wissen, dass da jemand auf sie wartete und sie vermisste.

Jeden Tag war Hailey mittlerweile zu ihr rübergekommen und wollte alles wissen. Guckte immer "Eiskönigin" auf ihrem PC. War sehr neugierig, sehr munter und hielt sie auf Trab. Sie waren schon zusammen einkaufen gewesen und am Schloss Rheydt spazieren gewesen. Hailey hatte das sichtlich gefallen. Sie wollte den ganzen Netto am liebsten kaufen und tanzte gerne.

Sie war Tanzemariechen bei den Karnevalisten. Vor einigen Tagen hatte sie bei ihr auf ihre Mutter gewartet vor dem Fenster der LDM, musste dringend auf Toilette und war daher auch zu ihr gekommen. Sie sah den Wagen ihrer Mutter und deren Lebensgefährten auf der Strasse vom Fenster aus und mit einem Ruck lief sie zur Tür und hatte dabei die Schnur vom Rollo übersehen... Das ganze Rollo war runtergekommen. Die LDM und sie erschraken so sehr, dass Hailey erst mal raus lief, nachdem sie sie verängstigt angeguckt hatte. Es war aber nicht so schlimm. Der Lebensgefährte der Nachbarin würde es wieder neu befestigen, wenn sie aus Holland zurück war.

Sie musste noch ihr Navi updaten und hatte nicht das passende Kabel dazu. Das brachte ihr ein Bekannter vorbei.

Heute würde sie noch die restlichen Sachen packen und gegen Mittag losfahren. Erst mal abschalten von allem...!

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Die LDM war in einer Gruppe von ca. 16 Menschen zwischen 40-60 Jahren, die sich regelmässig mittwochs zum Mittagessen trafen. Mit ihnen würde sie nach Holland fahren. Auf 2 Häuser verteilt. Ihre Gitarre würde sie nicht mitnehmen, da dort die G-Saite fehlte. Sie hatte EU roaming für ihr handy wegen ihrer Eltern eingerichtet. Es war nicht so weit weg von ihrem Heimatort, da Mönchengladbach eh schon an der deutsch-holländischen Grenze lag. Sie würde mit ihrem eigenen Wagen alleine diesmal fahren. Gegen Mittag. Es sollte 30°C werden und ihre Klimaanlage war defekt. Auch das Fahrerinnenseitenfenster musste sie nachgucken lassen, da es sich plötzlich mit einem lauten Krach auf der Hinfahrt nach Köln bemerkbar gemacht hatte. Sie würde es daher geschlossen lassen.

Das Ticket für den Center Parc hatte sie bereits, um mit ihrem Auto einzuchecken. Sie würde noch alte Cassetten und ihren Ghettobluster mitnehmen.

4 der Frauen dort waren recht ungemütlich zur Zeit und sie wusste nicht, ob sich das Mal ändern würde. Sie waren in den anderen Haus gegenüber, was auch gut so war. Dann hatte sie ihre Ruhe. Auch hatte sie diesmla ein Zimmer für sich. Sie würde eine Radtour durch den Nationalparc Peel machen und schwimmen gehen. Ob sie sich ganz weit rauswagen würde für einen Tag ans Meer, wusste sie noch nicht so genau. Getränke hatte sie auch bereits, Sonnenbrille, Sonnencreme, alles was frau so für den Urlaub braucht. Ihr kam es allerdings vor, als würde sie 3 Wochen verreisen, da es derselbe Aufwand war mit den Vorbereitungen.

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Genüsslich machte sie sich oihren Morgenkaffee und hörte Musik. Das derzeitige Weltgeschehen interessierte sie herzlich wenig, so dass sie keine Nachrichten hören wollte. :mrgreen:

Auch vom Internetten würde sie mal abschalten und Urlaub machen.

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Wenn sie nach Hause kam, war ihr Leben ein einziger Scherbenhaufen... Das war ihr schon klar. Und immer wieder hiess es aufstehen, selbst, wenn ihre Füsse noch so geschwollen waren.

Was war das, was sie immer wieder aufrecht erhielt? Wozu das Ganze? Dieser permanente Kampf ums Leben, ums Überleben? Um die Liebe, die nie erfüllt werden würde? Egal, wer ihr begegnet war, für heute interessierte sie sich für niemanden und nichts. Musste auch mal sein...

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Wasn nu los? - fragte sie sich. Hatte es wahrhaftig endlich mal bei einigen VIPs Klick gemacht? Hatten sie den Quantensprung zu mehr Weltoffenheit gewagt?

Nun war sich völlig irritiert von der bisherigen Bundeskanzlerin. :mrgreen: Und: Angenehm überrascht! - Sie schien nichts mehr gegen eine Ehe für alle zu haben!

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Vielleicht besinnte diese sich gerade auf die Öffnung der Grenzen zwischen Ost und West und das befreiende Gefühl dabei...

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Zu früh gefreut.... Diese Gesellschaft war durch sich selbst gefangen. Mit ihr würde sie sicherlich nicht weiter kommen, um erfinderisch, kreativ, freigeistig und entschieden zu handeln.

Es stand ein Auszug bevor.

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Wie wäre es, wenn sie sich einfach mal wieder ihr Gazelle Rad nehmen würde und sich der Tour De France bis zum Abwinken anschliessen würde. Diese würden heute durch ihre Stadt Radeln... :mrgreen:

Nein. Sie würde sich unscheinbarerweise und gut gelaunt mit ihrer Schwester zum Essen treffen. Ihre Eltern machten gerade Urlaub auf einem Schiff. Die Stadt war also auch ihre. Zumindest bis in 5 Tagen...

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Sie hatte das Feiern verlernt. Eigentlich hatte sie für den politischen Beschluss, dass es nun die Ehe für alle geben würde, in ihrer Wahlheimatstadt Köln feiern wollen....

Aber nach 31 Jahren Diskriminierung der Gesellschaft war sie einfach zu erschöpft.

Das Ziel war noch nicht erreicht und würde vielleicht auch niemals erreicht werden in diesem Leben. Sie war für ein anderes Jahrtausend geboren. Manchmal spürte sie es zu krass, dass sie nicht in diese kleinbürgerliche Gesellschaft passte. Ein grosser Geist braucht eben Platz.

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Den hatte sie sich auch letztendlich gegönnt und war dann doch spontan zur Abschlussparty ihrer Lieblingsnachtcocktailbar nach Köln gereist. In einem Abschlussparty der CSds? War alles erreicht? - Nein, es fehlte noch die Gleichberechtigung von alleinerziehenden Lesben, die heiraten wollten, was die Stiefkindadoption anging:
Während Schwule von vorneherein das Kind gemeinsam adoptieren konnten und bei der Erziehungsberechtigung gleiche Rechte hatten, so mussten Lesbenpaare, die ein Kind bekamen, erst den langwierigen Weg der Stiefkindadoption hinter sich bringen, was nicht nur Geld, sondern auch Nerven kostete! - Warum mussten sich eigentlich Frauen immer noch für alles rechtfertigen, was sie taten, während Männer es einfach taten und tun durften???

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Sie würden also weiterkämpfen müssen für die Gleichberechtigung. Das war ein Armutszeugnis im 3. Jahrtausend!

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Heute würde sie ihr begegnen, sie war sich sicher. 8-) In ihrer eigenen Heimatstadt!

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Tag danach. Ein langweiliger Chill- und -TV-Tag, Wetter trüb, Laune super und relaxt... Wäsche in der Maschine, Neues Bild? - Das war noch ein langer Weg. In ihrem Heimatort fiel ihr das Arbeiten schwer durch permanente Mal-Blockaden... :roll:

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Sie liess die weisse, stille Leinwand in der Zimmer-Nische auf sich wirken... Zahlreiche Bilder gingen ihr durch den Kopf, wie ein einziger Pinselstrich auf die Schnelle fuhren sie an ihr vorbei...

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Auch musste sie dringend ihr schwer gewordenen Beine schonen und hoch legen. Im Liegen Malen? Dafür war die Leinwand zu gross... Skizzen? Nein, dafür war sie zu faul.

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Heute durfte sie das. Sie musste sich mental vorbereiten auf eine anstrengende Woche mit gleich zwei runden Geburtstagen...

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Es war für die meisten Lebewesen von Anfang an eine Illusion, ewig leben zu können.

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Ihr Vater war in einem anderen Jahrzehnt. Vielleicht würde sie dies auch noch bei sich selbst erleben (80..!). Es war ein schöner, harmnonischer Tag gewesen gestern, als sie im engsten Familienkreis gefeiert hatten... Natürlich würde ihr dieser Tag in Erinnerung bleiben... und das war auch gut so.

Natürlich hatten sie alle keine Kinder, so dass ihre Eltern auch keine Enkelchen hatten... dennoch würde es weitergehen, den Planeten interessierte das kaum, sie war sicher.

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Ihr Vater hatte die letzte seiner 3 Feiern zu seinem Geburtstag überstanden und war einfach nur noch groggy. Aber glücklich. Das war die Hauptsache für sie.

Sie räumte mit ihrer Schwester alles ab vom Tag, da ihre Mutter auch noch Geburtstag feiern wollte im September, wenn sie dann 80 werden würde. Sie hatte ihr schon die Einladungskarte gegeben.

Aber jetzt war erst mal ihre Schwester mit ihrem Geburtstag drann im August...!

Ok. So war das eben mit den Geburtstagen... Ob die anderen auch sooft wie sie in diesem Jahr zu einem Geburtstag gehen würden, war ihr ein Rätsel. Und ihr eigener kam immer zum Schluss des Jahres, wenn sich alle schon auf Winter eingestellt hatten... Wie gerne hätte sie einfach mal im Sommer gefeiert...

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Am Sonntag war sie eingeladen zum Chinesen in Erkelenz. Ihre Tante würde sich freuen. Sie hatte einen schönen Garten hinter ihrem Haus und malte auch. Da hätten sie viel zu erzählen. Sie würde mit ihr über ihren ersten Ex, den Bildhauer, reden, der vielleicht zurück nach Rheydt ziehen wollte von Essen... uvm.

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Ausnahmsweise gabs mal keine Probleme in ihrem Leben. Und das würde sie erst mal geniessen.

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Gerade war sie in der Planungsphase für ein neues Bett und einen neuen Telefonanbieter...

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Um ihr neues Auto schien sich die Autoindustrie gerade Gedanken zu machen, es würde sich also wieder ein Problem ganz von selbst lösen auf die Dauer.

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Nicht von dieser Welt und für geschenkt zu teuer, hatten sie sie oftmals in Köln genannt. Sie allein wusste, woran das lag. Dennoch war sie beizeiten sehr geerdet und ging schonend mit ihrem Kräftehaushalt um.

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Übermorgen würde wieder ein Überbleibsel aus ihrer Ehe aus ihrem Sichtfeld entschwinden: Das alte Bett. Es war nun verkauft und würde abgeholt werden.

Die Matrazen des neuen, grösseren und komfortableren Bettes liessen auf sich warten, so dass sie provisorisch auf ihrer Couch im Wohnzimmer schlief. Es war ok für ein paar Nächte. Nicht jedoch auf die Dauer, da sie sich das Rauchen immer noch nicht abgewöhnt hatte. Einzig ihr Schlafzimmer und das Bad waren raucherfrei.

Wiedermal war viel im Weltgeschehen passiert, aber grösstenteils gelang es ihr, dies auszublenden und bei sich zu bleiben. Rausgehen würde sie heute nicht mehr. Was würde sie bloss ohne Musik und Kunst und Philosophie machen? Sie würde geradezu verzweifeln an den Grausamkeiten des Lebens. Es war ein Halt, solange sie nicht wieder in festen Händen war. Zumindest war sie so optimistisch, dass sie ein grösseres Bett mit eingeplant hatte für ihr Schlafzimmer, fehlte nur noch die Frau. Aber die würde sie eines Tages kennenlernen, wenn sie sie nicht schon kannte. Sie war sicher und notgeil war sie schon lange nicht mehr. Auf Affären würde sie sich also auch nicht mehr einlassen müssen.

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Gerade hatte sie eine lange Dankesrede für den bevorstehenden 80-jährigen Geburtstag ihrer Mutter zu Ende geschrieben.

Es würde eine grosse Feier werden.

Natürlich wäre auch ihr Leben als Mutter anders verlaufen. Aber sie hatte nie das Gefühl, nicht mütterlich zu sein. Es gab genügend auch erwachsene Kinder scheinbar ohne Mutter...

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Sie würde den Text nochmal überarbeiten. Oder: Ein Gedicht draus machen?

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Warum hatten ihre Eltern in Maria Laach geheiratet, wo es eventulkell demnächst wieder ein Erdbeben geben könnte nach 12000 Jahren?

Warum hatte ihre Mutter ausgerechnet am 11.09. Geburtstag?

Sie erinnerte sich an den 11.09.2001. Sie war gerade im Taxi, als sie die Nachricht im Radio hörte vom World Trade Center, Dachte gerade an den 64-jährigen Geburtstag ihrer Mutter: Was für ein Geburtstasgeschenk war das denn jetzt??? Aufgeregt und ungläubig hatte sie den Taxifahrer und er sie angeguckt: Was war geschehen? - Sie wollte so schnell wie möglich nach Mönchengladbach, war wie versteinert... Daran konnte sie sich noch genau erinnern.

Auch an den 12.09.2001: Sie war in eine KVB-Bahn in Köln gestiegen. Dort spielte sich ein unfassbares Szenarium ab: Alle Türkinnen hatte schwarze Burkas an, die ganze Bahn war schwarz. Ihr war übel geworden und sie stieg vorher aus. Das würde sie auch niemals vergessen können! War das das Einläuten des 3. Weltkrieges gewesen?

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Sie hatte gerade eine schwere Trennung von einer Psychoanalytikerin für Kinder und Jugendliche hinter sich gebracht und war in einer Wiedereingliederungsmassnahme mit 13 hochgradig depressiven Männern als einzige Frau gelandet. Prost Deutschland! Ihr verkennt jeden halbwegs intelligenten Menschen hatte sie immer wieder gedacht. Warum sie warum Köln?

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Dennoch machte sie diese Pseudomassnahme des Arbeitsamtes Köln mit. 15 Monate. Zeichnete die Umbauplanung von 1400 m" des BTZs (=Berufstrainingszentrum) in Ehrenfeld zu Fuss (am Zeichenbrett) ohne PC und ohne Niveliergeräte (mit einem 30m Bandmass und einem Assistenten), nicht, wie sie ihr bei dem Vorstellungsgespräch weiss machen wollten mit PC und Einarbeitung in ein software-Programm unter Anleitung..., nein, sie verbrachte dort die ersten 3 Monate mit konventionellem Zeichnen am Zeichenbrett!!! Das hatten sie ihr nicht gesagt. Den Raum für die PCs musste sie erst zeichnen im GTB (Gewerblich-technischen Bereich = Handwerker). Sie hatte seinerzeit kräftig geschluckt und in den sauren Apfel gebissen, unbezahlte Arbeit fürs BTZ zu leisten als CAD-Fachkraft. Das war Ausbeute pur!!!

Sie beendete die Massnahme vorzeitig, lernte ihre Exfrau kennen und lieben und beschloss, eine Familie mit ihr zu gründen. Für die Kinder wollte sie sich selbst die Zeit nehmen. Daher beantragte sie Frührente, die sie auch problemlos nach 1/2 Jahr bekam. Heiratete ihre Exfrau, damit für die Kinder genug Geld da war. Es war also alles bestens vorbereitet. Leider ging die Ehe schief und sie liess sich nach 2 Jahren wieder scheiden...

Das war dann 2005... Quantensprung... in die Gegenwart...

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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 7

Beitragvon MissDreamy » 20. Aug 2017, 07:05
2007 der Tod ihres Ex-Verlobten an Bauchspeicheldrüsenkrebs nach 23 Jahren Freundschaft. 2013 der Tod ihrer Exfrau. 2014 Trennung von einer Frau mit 3 Kindern nach 6 Jahren. 2016 der Freitod ihrer Freundin nach 12 Jahren Freundschaft...

2017. Wie würde es weitergehen nach so viel Schicksalsschlägen?

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Würde sie es schaffen, wieder aufzustehen?

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Der Geburtstag ihrer Mutter stand vor der Tür. 80!

Sie wollte ihr Verhältnis zu ihrer Mutter nicht mehr analysieren. Es war einfach schön trotz Höhen und Tiefen, dass sie das alles überlebt hatte. Sie war ihr immer mit gutem Beispiel vorangegangen. Was hätte sie ohne sie gemacht?

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Heute Mittag würde sie erst mal zu ihren Eltern fahren. Ihre jüngere Schwester wäre auch da... Sie hatte immer nach ihrer Mutter Geburtstag.

Schlusslicht bei den familären Geburtstagen war immer sie selbst gewesen. Danach gings dann wieder steil auf Weihnachten zu.

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Sie würde sie alle fortschicken, wenn es soweit war und sie sterben müsste.

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Sie wollte niemanden einbeziehen, das stand fest. Egal wann und wo.

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Sie glauibte nicht an eine Lebensbegleitung in den Tod.

Auf ihrer Urne würden nur 5 Worte stehen:

Weder mit Dir
noch ohne Dich.

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Der Tod war ihr gleichgültig geworden. Es würde sie sicherlich auch erwischen, wenn sie nicht drauf gefasst wäre. Diesen Zufall wollte sie noch abwarten.

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Selbst das würde also in die Hose gehen und würde unvorbereitet geschehen... Wie so Vieles in den letzten 31 Jahren.

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Sie würde also weiterhin anonym Liedertexte machen bei bekannten Gruppen. Schliesslich war nicht wer sie gemacht hatte von Bedeutung, sondern was sie aussagten und wieviel Erfolg sie hätten.

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Der Titel ihres nächsten songs war klar: Nicht: Non, je ne regrette rien, sondern: Oui, je regrette.

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Sie war mit ihrer Tante shoppen gewesen und es war ein netter Nachmittag.

Wenn sie jemand nach ihrem Beruf bzw. ihrer Berufung fragte, so hatte sie mehrere Berufe ausgeübt und einigte sich, um keine Verwirrung zu stiften darauf, dass sie es einfach damit umriss:

Hoch und Tiefbau/Städtebau CAD-Fachkraft A.D. Netzwerkerin. Meine website: feminismus.forumo.de

Wenn sie jemand nach Beziehungen fragte, wurde es komplizierter: Grundsätzlich war sie frauenliebend, hatte jedoch bisexuelle Erfahrungen.

Wenn sie jemand nach Freundschaften fragte: Lieber wenige gute, als zu viele Oberflächliche.

Wenn sie jemand nach ihrem Grabstein fragte, so würde darauf immer noch nur stehen:

Weder mit Dir noch ohne Dich.

Was also war geblieben und wäre zukunftsweisend? :roll: War ihr Lebenslauf komplizierter und aufweniger oder einfacher geworden?

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Fragen über Fragen.

Endlich würde ihr Bett ab morgen im Schlafzimmer komplett sein und sie brauchte nicht mehr auf dem Sofa schlafen. Alles war im Laufe des letzten Monats angeschafft: Bett, Lattenroste, jetzt noch die 2 dazugehörigen Matrazen.

Der Winter konnte kommen und es gab auch langsam wieder entsprechend kälter werdende Temperaturen. War früher dunkel und später hell.

Den Morgen hatte sie verschlafen. Dafür war sie Nachmittags umso aktiver gewesen. Sparkasse, Stadt und einkaufen. Morgen Friseur, dann Wochenende, wahrscheinlich Köln, dann Geburtstag ihrer Mutter.

Langzeitziele waren momentan nicht so ihr Ding.

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Langsam kamen auch wieder ganz normale Tage in ihr Leben. Tage, wo sie nicht mit komischen Menschen zu tun hatte, eher wohl kalkulierbaren Menschen. Es war geradezu ein entspannter Tag gewesen.

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Die Geburtstagsfeiern ihrer Mutter zum 80. waren gut gelaufen und die LDM hatte sie alle noch mal gesehen: Verwandte, Freundinnen und Bekannte ihrer Mutter. Die letzte Feier war die reinste Fressorgie gewesen und hatte ihr sehr gefallen.

Ihre neue Freundin war da gerade richtig in ihr Leben getreten und gemeinsam würden sie sich noch eine schöne Zeit machen.

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Die Literatin der Moderne, Teil 8

Beitragvon MissDreamy » 22. Sep 2017, 01:25
Einmal anders schreiben,
nicht im Jetzt verweilen.

EInmal anders fühlen,
nicht als Randgruppe quälen.

Einmal anders denken,
nicht immer den Kopf zu sehr verrenken.

Ok, ich übe. Gleich gehts wie üblich weiter hier...

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Eigentlich war sie noch nicht soweit... Aber die Ereignisse hatten sich wieder mal überschlagen, wie immer, wenn sie sich vorgenommen hatte, etwas vernünftig durchzuplanen. Immer vergass sie, dass frau Gefühle nicht planen konnte und immer kamen sie ihr in die Quere...

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Es hatte sie also erwischt und es gab wieder einen Grund, verliebt in das Leben zu sein.

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Allmählich lernten sie sich kennen und schnell begriff die LDM, dass Vieles im Argen und zu regeln war.

Da war die seit 1/2 Jahr gescheiterte Ehe samt Scheidung, drei Söhne (2,8 und noch 17) waren im Spiel... Klärung der Wohnsituation, die Adoptiv(gross)eltern aus Österreich, der Altersunterschied, Diskriminierung ihrer Sexualtität vor Behörden, Ämtern und Religionen ihrer derzeitigen Gesellschaft, ihre eigenen Eltern, etcpp.

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Kurzentschlossen machte sie brainstorming und begann mit der Arbeit, machte einen Untermietvertrag für ihre Geliebte, damit diese erst mal wieder einen festen Wohnsitz hatte. Besorgte ihr fachliche Hilfen wie RAW (=Rechtsanwalt) und sammelte gemeinsam mit ihr die Scherben der Vergangenheit nach und nach auf. Am Ende des Tunnels würde ein Licht erkennbar sein, sie waren sich sicher.

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Der Nochehemann ihrer geliebten Zukünftigen hatte den mittleren gewaltig geschlagen und war gewaltätig. Ohne Zweifel... Daher waren der Jüngste und der Mittlere aus dem gemeinsamen Elternhaus vom Jugendamt weggenommen worden. Der Mittlere war in einem Kinderhein gelandet, der Jüngste bei Pflegeeltern. Der Älteste bei den Adoptivgrosseltern ihrer Lebensgefährtin.

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Der Älteste war von einem jetzt wahrscheinlich transsexuellen Vater, die beiden jüngeren aus der gemeinsamen Nochehe.

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Nächstes Jahr (Ende Mai) würde ihre Geliebte 40 werden, sie selbst war bald 55 (Mitte November) ... :roll:

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Es galt, extremen Widerständen entgegen zu wirken.

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Ihre Eltern waren alles andere als begeistert und auch die Adoptiveltern ihrer Geliebten waren nicht unbedingt zuversichtlich. Sie hatten also diesbezüglich (wie sollte es auch anders sein seit den letzten 30 Jahren bei der LDM) keinerlei Rückendeckung zu erwarten...

Es war zu ihrer Spezialität geworden, gegen den Strom zu schwimmen.

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Letztes Wochenende hatte die LDM ihre Geliebte mitgenommen nach Köln zum Tanzen. Sie hatte sie mit ihren Exen bekanntgemacht und sie hatten einen amüsanten, harmonischen Abend gehabt. Gingen dort noch auf eine weitere Party spät in der Nacht und fuhrten bei strömendem Starkregen zurück.
Das letzte Stück waren sie wegen einer Baustelle über die Dörfer gefahren und an Leppershütte (Giesenkirchen-Rheydt), der alten Heimat ihrer Geliebten vorbeigefahren. Sie hatte dort eine wohlbehütete Kindheit und Jugend gehabt bei ihren Adoptiveltern und der LDM viel darüber erzählt...

Es war Vergangenheit. Und wieder hatten sie sich gemeinsam über ihre Kindheit und Jugend ausgetauscht. Sie hatten eine ganz unterschiedliche Sozialisation durchgemacht.

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Während die LDM aus dem bürgerlichen Mittelstand kam, war ihre Geliebte bei sehr vermögenden Adoptiveltern gross geworden und hatte weniger die Schmerzen des Lebens durch verstorbene PartnerInnen erlebt/erleben müssen.

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Gestern erst hatte die LDM das bereits 2. Mal ihre Geliebte zu ihrem Sohn nach Waldniel gebracht.

Der Nochehemann hatte sie keines Blickes gewürdigt und ebensowenig hatte sie dies getan. Mit ihm wollte sie erst gar nicht konfrontiert werden ausser übers Gericht. Das stand fest. Noch hatten ihre Geliebte und ihr Ex gemeinsames Sorgerecht... Es würde schwierig, aber lösbar sein.

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Auch gestern hatte ihre Geliebte Besuchskontakt zu ihrem Jüngsten. Es würde ein schwieriges, langwieriges Unterfangen sein, gegen das Gericht zu prozessieren, aber die LDM würde ihr auch bei dem heutigen Gerichtstermin beistehen.

Jeannette-Anna Hollmann
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 1-8

Beitrag von Jeannette-Anna Hollmann » Sa 6. Jan 2018, 19:27

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Immerhin war ihre Vermieterin einverstanden, dass ihre Geliebte bei ihr wohnte.

Der Rest würde auch zu klären sein. Es war eine Frage der Zeit, wann ihre Geliebte das UHG von ihrem Nochehemann bekäme. Gut, dass die LDM gute Kontakte hatte, die ihr halfen. Ohne sie wäre sie nun finanziell aufgeschmissen... Aber sie würden es schon schaffen. Es war zunächst ein steiniger Weg.

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Nun hatte sie bereits ihre Geliebte das 4. Mal nach Waldniel gefahren und es war ein Gerichtstermin bezgl. des Sorgerechts für deren Sohn gewesen. Es würde sehr schwierig sein, bis dies alles um ihre 3 Söhne geklärt sein würde. Ihr Ältester lebte bei den Grosseltern in Österreich und würde nächste Woche 18 werden, ihr Mittlerer in Osnabrück....

Die Arge hatte die Wohnsituation Gabis überprüft und war dazu bei der LDM in der Wohnung gewesen. Nun hatten sie einfach die Zahlung eingestellt und sie mussten von der Frührente der LDM leben, die auch sehr kläglich ausgefallen war.
Gabi wollte sich von dort aus eine eigene Wohnung suchen.
Die LDM hatte sie vor der Obdachlosigkeit gerettet, aber das dies mit derartigen Komplikationen und finanziellen Einbussungen verbunden war, hatte sie so vorher nicht absehen können.

Sie würden einen Weg finden. So leicht war der Optimismus der LDM nicht wegzureden.

Ihre Geliebte hatte aufgrund der finanziellen Situation und ihrer Söhne und ihrer Existenzsicherung Depressionen bekommen. Aber auch das würde vorübergehen.... Die LDM hatte dies bereits schon einmal mitmachen müssen und es kam ihr sehr bekannt vor. Aber Gabi war ein anderer Mensch und würde sie nicht abzocken, sie war sicher.

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Und wieder nahte der Geburtstag der LDM.

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Sie war in den Vorbereitungen. An dem Tag selbst würde sie im engsten familiären Kreis mit ihren Eltern, Geschwistern, ihrer Geliebten und einer Bekannten Kaffee&Kuchen essen, vielleicht würden sie noch Skipo spielen. Sie freute sich sehr auf den Besuch ihrer Schwester aus Essen und dass Gabi nun in ihre Familie aufgenommen werden würde. An dem darauffolgenden Wochenende hatte sie 2 ihrer Kölner Freundinnen eingeladen, worauf sie sich ebenfalls freute.

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In Köln war Halloween Abschiedsparty angesagt nach 15 Jahren Blue Lounge dort. Wenn sie es schafften, würden sie auch dorthin fahren.

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Derweil hatte sie wieder Kontakt zu ihrer langjährigen Freundin Maria aus Sizilien. Sie hatten sich durch Zufall im internet wiedergefunden, nachdem sie sich nun 8 Jahre aus den Augen verloren hatten.

Maria war mit ihrem belgischen Mann und ihrer Tochter ebenfalls von Köln fortgezogen nach Dresden.
Über 14 Jahre hatte sie ihr die Haare gemacht, 8 Jahre waren sie gemeinsam im Offenen Atelier in Köln zum Malen verabredet. Und die LDM hatte ihrer Tochter zum Abitur geholfen und Nachhilfe (auch in Deutsch) gegeben. Sie freute sich riesig, dass sie nun wieder Kontakt hatten. Sie hatten immer viel Spass zusammen gehabt und Maria wollte sie von Dresden aus besuchen kommen. :!: :idea: :idea: :idea: :mrgreen: Sie war eine belissima! :mrgreen: 8-)
Und worüber sie sich besonders freute: Marias Töchterchen studierte Germanistik in Dresden!!!

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Auch ihre langjährige Bonner Freundin wollte nun von Köln weit weg fortziehen. Dies würde ein schmerzvoller Abschied sein und sie würden sich nicht mehr sooft besuchen können.

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Es gibt Frauen, die nur Verwöhnt-Werden kennen und können. Es gibt dabei auch Frauen, die nur versorgt werden wollen.

Wenn beides der Fall ist, so war es für die Literatin der Moderne nicht die passende Frau, die sich sich ausgeguckt hatte. Schlicht und ergreifend hatte sie sich in Gabi getäuscht. Sie zog die Konsequenzen und trennte sich von ihr. Sie war nicht auf der Welt, um Probleme von Problemfällen zu lösen und hasste nichts mehr als Frauen, die nicht auf eigenen Beinen stehen konnten und andere dazu bemühten, ihnen zu helfen. Nein, das war nicht mehr ihre Aufgabe, das hatte sie bereits schon einmal durchgemacht.

Es gab schliesslich immer noch für sie den Unterschied, versorgt werden zu wollen oder zu lieben.

Immer mehr spürte sie, dass Gabi das nicht gewillt war, obwohl sie es gesagt hatte. Aber so leicht liess sie sich auch kein O für ein X mehr vormachen. Daher hatte sie die Beziehung/Affäre kurzerhand beendet, Gabis Sachen zusammengepackt und sich von dieser getrennt.

Nun war sie also wieder frei und single. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Es würden noch einige Dinge zu klären sein und sie bot ihr eine Freundschaft an, allerdings erst mal mit Abstand.

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Alles war zu schnell gegangen. Sie wollte, wenn überhaupt, einen langsamen Anfang mit ihrer neuen Stierfrau. 8-) :mrgreen:

Sie würden sich also auf eine vorläufige Affäre einigen. Gut, dass dies vor einem 500-Jahr-Feiertag passierte...

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16 Jahre Altersunterschied hielten die LDM jung und so beschlossen sie, doch gemeinsam Halloween zu zelebrieren und in Köln der der Blue abzutanzen.

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Zunächst gingen sie daher für 3 Tage auf Abstand.

Morgen würden sie sich also erst mal wiedersehen. Wahrscheinlich in alter Frische

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Ihre kurzatmige Schreibblockade hatte beschlossen, die LDM zu verlassen. Diesmal , nur dies eine Mal, würde alles gut gehen.

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Es war gut gegangen, da sie nun auseinander waren. Besser hätte es nicht sein können. Was nicht passte, passte eben nicht.

Nach ihrem gestrigen Geburtstag war ihr dies klar geworden.

Sie würde sich erst einmal weiter um ihre eigene Familie kümmern und wieder ihrem gewohnten Alltag nachgehen.

Wie gut ihr das getan hatte, ihren Geburtstag alleine nur mit einer Bekannten zu feiern und nicht so einen Aufwand betreiben zu müssen, war ihr erst da klar geworden. Sie war in die Stadt gegangen, um einen Arzttermin und Sparkassentermin zu erledigen, hatte sich einen snack gegönnt und war noch etwas spazieren gegangen, bevor ihre Bekannte sie dann zum Kaffee besucht hatte.

Derzeit plagte sie ein Rückenleiden und ihre linke Hand. Sie würde wohl wieder einen Orthopäden-Termin haben müssen und der Termin beim Handchirugen war auch bereits in 14 Tagen. So würde das Jahr verstreichen und es ging schon langsam auf Weihnachten zu.

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Dumm gelaufen. Nun blieb sie also auch noch auf ihrem Partnerinnen-handy-Vertrag sitzen, den sie dummerweise für ihre frische Ex für 2 Jahre abgeschlossen hatte... Ausser Spesen nix gewesen.

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Erst mal würde sie ihrer Mutter einen Besuch abstatten, die seit gestern wieder zu Hause war.

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Erst mal war deren OP überstanden... soweit. Aber es w+rde noch eine OP im Januar geben müssen.

Sie selbst hatte extreme Rückenbeschwerden gehabt und gestern war der Notarzt bei ihr gewesen. Ende des Monats dann noch der Handchirugtermin... :roll:

Leben ging dennoch weiter...

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Soeben hatte sie ein sehr langes Telefonat mit ihrer sizilianischen Freundin aus Köln beendet, die mit ihrer Tochter und ihrem Mann vor 8 Jahren nach Dresden gezogen war. Sie hatten sich viel zu erzählen über die letzten Jahre, die sie sich aus den Augen verloren hatten. Maria hatte sie auf fb kontaktiert und nun hatte sie sich zurückgemeldet.

Sie kannten sich nun 27 Jahre. Das war eine lange Zeit. Wie die Jahre ben so vergehen, wenn frau älter als 50 ist. Sie war bereits von 55 aufgerundet bald in den 60ern. Maria war 53. 2 Jahre jünger. Die LDM hatte der Tochter Nicole Nachhilfe gegeben und auch in Deutsch zum Abitur verholfen, während sie mit Maria Malen gegangen war und diese sie auch immer wieder gern bekocht hatte, während ihr Mann Patrick in Belgien gearbeitet hatte und immer erst spät nach Köln von der Arbeit zurückgekommen war. Nun waren sie beide in Rente und Nicole studierte Germanistik in Dresden. Immer noch wohnte sie bei ihnen.

Maria wöllte die LDM besuchen kommen. Das würde ein schönes Wiedersehen werden.

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14 Jahre hatte Maria ihr die Haare gefärbt und geschnitten, da sie Friseurin war. Dadurch war die LDM sehr wählerisch geworden und liess sich nicht gern die Haare von anderen Friseurinnen schneiden und war auch eher unzufrieden damit.

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Der OP-Termin für ihren linken Ellenbogen stand: Frühestens also Januar 2018.

Dann würde sie eine Woche den Verband tragen müssen, was natürlich ein grosses handicap war. Aber er war schon einmal verbunden gewesen Ende der 80er. Das hatte sie auch geschafft...! Dann würde sie es diesmal auch schaffen.
Eine OP war immer ein Risiko...
Aber, wie ihr der Handchirug versichert hatte, war es eine Routine-OP für ihn. Er machte dies ca. 1x/Woche. Sie würde also in die OP einwilligen. Gleich Montag wollte sie ihm Bescheid geben.

Allein ihre Finanzen für diesen Monat waren noch nicht geklärt. Auch da würde sich eine Lösung finden... sie war sicher. Bisher hatte sie es immer noch geschafft.

Ihr Auto hatte sie durch die Waschanlage gefahren und von innen saubergemacht. Getankt. Navi war ok, handy geladen. Es war alles vorbereitet für die Fahrt nach Venlo mit Angela, der Freundin, die sie zu der Beerdigung ihrer Freundin begleiten würde. Sie wollte nicht, dass sie diesen Weg alleine machen müsste...!

Die Strassen waren leicht gefroren an diesem Morgen. Ungefährlich war es nicht. Es würde noch dunkel sein, wenn sie losfuhren. Angela wollte zu ihr kommen und von dort würden sie gemeinsam weiterfahren.

Erst mal würde sie baden. Sie war wieder mal zu früh wach geworden...

Nachmittags würde sie spätestens dann wieder zu Hause sein.

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Nach dem gestrigen Absacker mit ihrer Bekannten, wo es ein wenig früh geworden war (3.00), wollte sie es sich heute Abend zu Hause gemütlich machen.

2 Tage hatten sie jetzt die zukünftige Boutique renoviert. Morgen nur noch Saubermachen, übermorgen einrichten und Ware besorgen.

So würde wieder ein Stückchen mehr Belebung in die Kleinstadt kommen und sie hätte eine gute Anlaufstelle bei ihrer Bekannten.

Manchmal war eben weniger mehr.

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Auch ihr hatten diese 2 Tage Spass gemacht. Vielleicht würde sie ja doch noch Spass haben in der Weihnachtszeit. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Für heute hatte sich ihre ältere Schwester bei ihren Eltern angekündigt. Sie hatte beschlossen, nicht dorthin zu gehen... es war alles familiär zu kompliziert momentan für LDM.

Entweder würde sie nach Köln fahren oder sich hier in Rheydt verabreden. Sie liess sich beides offen. Es würde sich ergeben.

Erst mal: Ein Kaffee!

In der kommenden Woche hatte sie noch einen Termin für die Hand-Op bei ihrem indischen Handchirugen... Er würde ihr schon nicht die Hand abhacken. 8-)
Die schreckliche chinesische Arzthelferin sass wie ein Dummy mit Sprechorgan an der Rezeption und war nicht gerade angenehm, so dass sie in Begleitung dorthin gehen würde.

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Mittlerweile war es kälter geworden und geschneit hatte es auch schon mal...

Warum sie an ihren Heimatort zurückgezogen war von Köln weg, war ihr immer klarer. Sie war einfach nicht mehr den Reizüberflutungen dort gewachsen und es war schöner, auf einen gemütlichen, kleinen, besinnlichen Weihnachtsmarkt zu gehen und dort mit ihrer neuen Bekannten Pläne zu schmieden und die Welt sich selbst zu überlassen.

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Wieder mal war sie zu früh wach, weil zu früh eingeschlafen. Was der heutige Tag bringen würde, wusste sie noch nicht, sie liess es auf sich zukommen. 3. Advent. Schon wieder ein Jahr rumm. Wurde die Zeit kürzer oder wart sie älter geworden?

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Auch ihre Mutter war bis 4.00 aufgeblieben. Im Krankenhaus. Das wusste sie jedoch erst am nächsten Tag, als sie sie besuchte. Wie ernst es um sie stand, wusste sie nicht. Sie wusste jeglich, dass sie am 24.12. bei ihr sein würde und dass sie tapfer war.

Nur ihretwegen war sie an ihren Heimatort zurückgekehrt, es wurde ihr immer klarer. Sie wurde ihr beistehen, bis zuletzt.

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Erst mal durfte sie Weihnachten nach Hause. Das war gut so. Dann würde die ganze Familie beisammen sein.

Ein glücklicher Zufall wollte es nicht anders, als dass sie Besuch von einer alten Bekannten bekam, kurz bevor die LDM das Haus verlassen wollte. Sie hatten sich viel zu erzählen und es tat der LDM gut.

Es war alles ok so wie es war. 8-) Die Rauhnächte hatten begonnen.

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- FIN, Teil 1-8, Die Literatin der Moderne -

Teil 9 habe ich schon begonnen:

Hier: => viewtopic.php?f=26&t=14

Die Literatin der Moderne, Teil 9 (Fortsetzung)

Jetzt brauche ich eine Rückenmassage! :idea: :idea: :idea: :D

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